Freistaat bei Hausärzten vorn - aber wenige Kinderärzte

Bei der Versorgung mit Medizinerinnen und Medizinern gibt es in
Bayern durchaus Unterschiede. Zudem sind viele Kassenärzte schon im
Rentenalter. Was sonst noch aus der Statistik hervorgeht.

München (dpa/lby) - Bei der Versorgung mit Kassenärzten und
-psychotherapeuten liegt Bayern im Ländervergleich auf einem der
vorderen Ränge. Allerdings zeigt ein Blick in die Statistik, dass es
große regionale Unterschiede gibt. Auch ist die Versorgung nicht in
allen medizinischen Fachrichtungen gleichermaßen gut. Und mit Blick
auf das hohe Durchschnittsalter der Spezialisten dürften im Freistaat
mancherorts Engpässe drohen. Dies alles geht aus Daten des
Bundesarztregisters hervor, die der Deutschen Presse-Agentur
vorliegen.

Demnach kamen zum Stichtag Ende Dezember im Schnitt 234 Ärztinnen und
Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten auf jeweils 100.000
Einwohner im Freistaat. Das bedeutet Rang fünf insgesamt und Platz
zwei unter den Flächenstaaten. Angeführt wird die Liste von Hamburg
mit 315 Fachleuten je 100.000 Einwohnern, Schlusslicht ist
Brandenburg mit 199.

Ein Blick auf die Städte und Landkreise zeigt hingegen, dass nur die
Stadt Bamberg unter den Top Fünf in Deutschland ist. Hingegen kommen
mit den Landkreisen Coburg, Neustadt an der Waldnaab, Ansbach,
Bayreuth sowie Landshut gleich alle fünf bundesweiten Schlusslichter
aus Bayern.

Gute Versorgung bei den Hausärzten - aber hoher Anteil Älterer

Nahezu umgedreht ist das Bild bei den Hausärzten: Da belegt der
Freistaat mit der Stadt Amberg, dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen,
der Stadt Würzburg und der Stadt Hof die vier vordersten Plätze - und
hat mit dem Landkreis Ansbach nur einen Vertreter in der
Schlussgruppe.

Insgesamt hat Bayern knapp 71 Hausärztinnen und Hausärzte je 100.000
Einwohner. Allerdings ist unter ihnen mit 17,2 Prozent der Anteil der
Über-65-Jährigen besonders hoch. Unter allen Medizinern und
Psychotherapeuten liegt dieser Anteil im Freistaat bei 14,7 Prozent.
Ein signifikanter Teil wird also in den nächsten Jahren in Rente
gehen.

Das Durchschnittsalter aller Fachleute beträgt 54 Jahre. Knapp 52
Prozent von ihnen sind weiblich. Mit 32 Prozent betreibt rund ein
Drittel keine eigene Praxis, sondern arbeitet in einem
Angestelltenverhältnis.

Große Altersunterschiede in den Fachrichtungen

Auffällig sind die Altersunterschiede in den einzelnen Disziplinen.
Während ärztliche Psychotherapeuten im Schnitt schon über 62 Jahre
alt sind, sind es bei den psychologischen Psychotherapeuten nicht
einmal 52 Jahre. Am jüngsten sind in Bayern im Schnitt die Radiologen
mit 51,3 Jahren, auch die Kinderärzte sind mit 52,7 Jahren
vergleichsweise jung. 

Die Daten dürften auch viele Eltern bestätigen, die verzweifelt eine
Kinderärztin oder einen Kinderarzt für ihren Nachwuchs suchen: Mit
10,0 Spezialisten je 100.000 Einwohnern liegt Bayern im
Bundesvergleich nur im unteren Drittel. Zum Vergleich: In Sachen als
dem am besten aufgestellten Flächenland liegt der Wert bei 11,6; in
Bremen gar bei 14,3. Wesentlich besser schneidet der Freistaat
dagegen bei den Kinder- und Jugendpsychiatern ab.

Ministerium will bei regionalem Ungleichgewicht gegensteuern

Die regionalen Unterschiede hat das bayerische Gesundheitsministerium
nach eigenem Bekunden im Blick. So sei seit 2012 rund 1.500-mal die
sogenannte «Landarztprämie» gezahlt worden - eine Förderung von bis

zu 60.000 Euro für Mediziner, die sich in schlechter versorgten
Regionen im ländlichen Raum niederlassen. Darunter waren auch knapp
980 Hausärztinnen und -ärzte, wie Ministerin Judith Gerlach (CSU)
erläuterte. 

Klar sei aber, dass der Behandlungsbedarf der Menschen steige.
Deshalb müssten die Praxen durch digitale Anwendungen und
Bürokratieabbau entlastet werden, betonte Gerlach. «Zudem braucht es
eine bessere Patientensteuerung, um unnötige Facharztbesuche zu
vermeiden und die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen.» Ein
solches «Primärarztsystem» wird derzeit von der Bundesregierung
vorbereitet. «Die geplante Erst-Hausarzt-Pflicht ist aber keine
Antwort auf die Stadt-Land-Unterschiede», kritisierte der Vorstand
der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. «Eine Steuerung
der Arztpraxen wäre jetzt angezeigt.»

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