Mehr Praxisärzte - aber Kapazitäten «begrenzt»
Eine gute medizinische Versorgung in der Nähe ist für Millionen
Menschen wichtig. Nach neuen Zahlen gibt es in den Praxen mehr
Medizinerinnen und Mediziner - reicht das?
Berlin (dpa) - Die Zahl der Praxisärzte steigt weiter - aber auch ein
Trend zu Teilzeit und flexiblerem Arbeiten. Ende vergangenen Jahres
waren 191.875 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich
Versicherter tätig. Das waren 2.324 mehr als Ende 2024, wie eine
Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergab, die
der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Schnitt aller Fachgruppen
nahm der Teilzeitanteil aber weiter auf nunmehr 40 Prozent zu.
KBV-Chef Andreas Gassen sagte: «Die zur Verfügung stehende Arztzeit
bleibt begrenzt.» Viele junge Ärztinnen und Ärzte tendierten zu einer
Anstellung statt zur eigenen Praxis und zu Teilzeit. «Diese
Entwicklung muss ernst genommen werden.» Denn ohne die Praxen laufe
in der Versorgung so gut wie nichts. Die Politik müsse daher für
attraktive Rahmenbedingungen sorgen.
Auch die Zahl der Hausärztinnen und Hausärzte nahm nun leicht um 343
auf 55.778 im Vergleich zum Vorjahr zu. Angesichts des Teilzeittrends
sei die Zahl der vollen Hausarztsitze aber um 0,1 Prozent gesunken,
erläuterte die KBV.
Regionale Unterschiede beim Ärztenetz
Beim Versorgungsangebot vor Ort gibt es weiterhin regionale
Unterschiede. Am dichtesten ist das Netz in Heidelberg mit 434,7
Ärzten und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner, wie aus den Daten
des Bundesarztregisters mit Stichtag 31. Dezember 2025 hervorgeht. Am
wenigsten niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner in diesem
Verhältnis gibt es mit 87,6 im Landkreis Coburg in Bayern. Auf
Länderebene liegt Hamburg mit 315,1 an der Spitze, Schlusslicht ist
Brandenburg mit 199,3 Ärzten und Psychotherapeuten je 100.000
Einwohner.
Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte ging leicht auf 54,4
Jahre zurück. In einigen Bereichen zeichnen sich aber größere
Ruhestandswellen ab. Hausärzte sind im Schnitt 55,0 Jahre alt. Den
bundesweit höchsten Anteil an Hausärztinnen und Hausärzten über 65
Jahren hat Rheinland-Pfalz mit 22,1 Prozent. Am wenigsten Hausärzte,
die älter als 65 sind, gibt es dagegen in Mecklenburg-Vorpommern mit
9,3 Prozent.
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