Bombenfund in Dresden: Tausende müssen Zentrum verlassen

Eine Untersuchung brachte Gewissheit: Am Elbufer in Dresden liegt
Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. 18.000 Menschen müssen den
Sperrkreis verlassen - darin liegen auch viele Sehenswürdigkeiten.

Dresden (dpa) - Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe an der ehemaligen
Carolabrücke wird ein Großteil der Dresdner Innenstadt evakuiert. Die
Untersuchung zweier verdächtiger Gegenstände am Neustädter Elbufer
ergab nach Angaben der Feuerwehr, dass es sich in einem Fall um
Kampfmittel handelt. Die Entschärfung der 250 Kilogramm schweren
britischen Fliegerbombe soll am Mittwoch erfolgen. 

Rund 18.000 Menschen betroffen

Es ist laut Feuerwehr die bisher größte Evakuierung in Dresden. Rund
18.000 Anwohner sowie Pendler und Touristen müssen bis 9.00 Uhr den
Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle
verlassen. In dem Sperrgebiet stehen auch Sehenswürdigkeiten wie das
Residenzschloss, die Frauenkirche und die Semperoper. 

Auch die Polizeidirektion, der Landtag, mehrere Ministerien, Alten-
und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen
liegen in dem Gebiet. Eine Notunterkunft steht ab 7.00 Uhr in der
Messe Dresden bereit. Dorthin verkehren zusätzliche Busse und
Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe.

Funde bei Kampfmittelsondierung für Neubau der Carolabrücke

Die mutmaßlichen Blindgänger waren in dem Bereich gefunden worden,
auf dem die eingestürzte Carolabrücke neu gebaut werden soll. Auf der
Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende vergangenen
Jahres ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. 

Auf der Neustädter Seite wurden seit Mitte Februar 31 sogenannte
«Störstellen» überprüft, von denen sich 29 als ungefährlich
herausstellten. Am Nachmittag wurden die beiden verbleibenden
Verdachtsfälle untersucht.

Bei den Abrissarbeiten an der Carolabrücke gab es im vergangenen Jahr
bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Betroffene für eine
Entschärfung evakuiert worden.

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