Krankenkassen 2025 im Plus - Ausgaben steigen
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherungen bleibt
angespannt - auch wenn die vorläufige Bilanz für das vergangene Jahr
positiver aussieht.
Berlin (dpa) - Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben im
vergangenen Jahr nach einer Welle von Beitragserhöhungen ein Plus
verbucht - aber auch stark steigende Ausgaben. Bei den 93 Kassen
stand nach vorläufigen Zahlen ein Überschuss von 3,5 Milliarden Euro,
wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte. Dies diene
aber vorrangig zum Auffüllen der Finanzreserven. Ende 2025 betrugen
sie rund 5,1 Milliarden Euro und lagen weiterhin knapp unter der
gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben.
Ministerin Nina Warken (CDU) sprach von einer weiterhin schwierigen
Lage. «Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die
Einnahmen, auch in diesem Jahr.» Im vergangenen Jahr standen
Einnahmen von 355,9 Milliarden Euro Ausgaben von 352,4 Milliarden
Euro gegenüber. Insgesamt stiegen die Leistungsausgaben um
7,9 Prozent. Treiber seien Klinikbehandlungen mit plus 9,6 Prozent
gewesen, erläuterte das Ministerium. Die Ausgaben für Arzneimittel
stiegen um 5,9 Prozent und für Behandlungen in den Praxen um
7,6 Prozent.
Zweistellige Milliardenlücken ab 2027
Warken sagte zur Entwicklung, zwar habe man die Finanzlage für 2026
kurzfristig stabilisieren und große Beitragssatzsprünge zum
Jahreswechsel vermeiden können. Ab 2027 seien aber jedes Jahr
Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten.
«Unser zentrales politisches Ziel ist und bleibt die nachhaltige
Stabilisierung der Beitragssätze, indem wir den Entwicklungen der
vergangenen Jahre endlich etwas entgegensetzen.» Ende März soll eine
Expertenkommission Vorschläge dafür vorlegen.
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte: «Wenn Ministerin
Warken die Beiträge stabilisieren will, muss sie an die echten
Kostentreiber ran: überhöhte Arzneimittelpreise, ineffiziente
Krankenhausstrukturen und den Abbau von Über- und Fehlversorgung.»
Allein eine konsequente Reform der Notfallversorgung könnte rund fünf
Milliarden Euro pro Jahr einsparen.
Nachdem Anfang 2025 zahlreiche Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöht
hatten, gab es nun weitere Anhebungen. Zum 1. Januar 2026 erhöhten
43 Kassen ihre Beitragssätze, wie das Ministerium mitteilte. Bei
47 Kassen blieb er stabil, zwei Kassen senkten ihren
Zusatzbeitragssatz zum Jahresbeginn.
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