Schutzzaun gegen Schweinepest an NRW-Grenze fast fertig
Der 60 Kilometer lange Festzaun soll verhindern, dass die
Afrikanische Schweinepest nach Nord- und Mittelhessen eingeschleppt
wird. Wie zwei Landkreise zusätzlich gegen das Virus vorgehen.
Wiesbaden/Battenberg (dpa/lhe) - Im Kampf gegen die Ausbreitung der
Afrikanischen Schweinepest hat das Land Hessen den Schutzzaun an der
Grenze zu Nordrhein-Westfalen weitgehend fertiggestellt. Das teilte
das hessische Landwirtschaftsministerium nach einer
Informationsveranstaltung im nordhessischen Battenberg (Kreis
Waldeck-Frankenberg) mit.
Bislang noch offene Durchgänge seien derzeit provisorisch
verschlossen und gesichert, bis die noch fehlenden Viehgitter
eingebaut werden könnten, hieß es. «Es wird eindringlich appelliert,
Tore und Durchlässe konsequent geschlossen zu halten», betonte das
Ministerium.
60 Kilometer langer Zaun soll Einschleppung verhindern
Der wildschweinsichere Festzaun verläuft von Waldeck-Frankenberg über
Marburg-Biedenkopf bis in den Lahn-Dill-Kreis. Er hat eine
Gesamtlänge von rund 60 Kilometern. Ende Oktober vergangenen Jahres
hatte das Land mit den Arbeiten daran begonnen, um eine Einschleppung
der Afrikanischen Schweinepest in Nord- und Mittelhessen zu
verhindern.
Im Juni 2024 war in Hessen der erste Fall von Afrikanischer
Schweinepest bestätigt worden. Seither starben Tausende Schweine an
dem Virus oder wurden getötet. Die Fälle betrafen vor allem
Südhessen. Im Sommer vergangenen Jahres waren sie aber recht dicht an
Nordhessen herangekommen, als es Nachweise in den angrenzenden
nordrhein-westfälischen Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein gab.
Daher rückten die Landkreise Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf
und Lahn-Dill besonders in den Fokus der Präventionsmaßnahmen.
Zwei Kreise führen Schwarzwildprämie ein
Die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg kündigten
laut der Mitteilung an, eine Schwarzwildprämie auszuzahlen. Die
Hälfte der Auszahlungen trägt demnach das
Landwirtschaftsministerium.
«Neben der Entnahme ist die Kadaversuche ein wichtiger Baustein, um
schnell auf das Seuchengeschehen reagieren zu können», erklärte das
Ministerium. In Nordhessen seien bisher 12.342 Hektar mit Drohnen und
18.034 Hektar Fläche mit Hunden abgesucht worden.
Betroffen von der Afrikanischen Schweinepest sind nicht nur
Wildschweine, sondern auch Schweinehalter. Sie seien weiterhin
aufgefordert, die hohen Biosicherheitsstandards einzuhalten und
Verdachtsfälle unverzüglich zu melden, hieß es. Für Menschen und
andere Tiere ist das Virus ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine
verläuft eine Infektion fast immer tödlich. Bei einem Ausbruch in
einer Schweinehaltung muss in der Regel der gesamte Bestand getötet
werden, was erhebliche wirtschaftliche Schäden für betroffene
Landwirte verursachen kann.
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