Etliche Todesfälle durch Brustkrebs eigentlich vermeidbar
Rotes Fleisch, Rauchen, hoher Blutzucker: Einige Faktoren spielen
laut einer neuen Studie eine zentrale Rolle bei Brustkrebs. Wie sich
das Risiko senken lässt.
London (dpa) - Viele Todesfälle durch Brustkrebs sind einer Studie
zufolge vermeidbar. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der insgesamt
an Brustkrebs verlorenen gesunden Lebensjahre seien auf sechs
Risikofaktoren zurückzuführen, auf die man Einfluss nehmen könne,
heißt es in einer im Fachjournal «The Lancet Oncology»
veröffentlichten Studie.
Im Jahr 2023 seien weltweit 2,3 Millionen Brustkrebs-Erkrankungen neu
festgestellt worden, schreibt das Forschungsteam um Lisa Force von
der University of Washington in Seattle. 764.000 Frauen seien an der
Erkrankung gestorben. Das Team berechnete nun exemplarisch, welchen
Anteil vermeidbare Risikofaktoren an den 24 Millionen gesunden
Lebensjahren hatten, die 2023 durch Erkrankung oder frühzeitigen Tod
durch Brustkrebs verloren gingen.
* Der Verzehr größerer Mengen roten Fleischs hatte mit elf Prozent
den größten Anteil. Rotes Fleisch stammt etwa von Rind, Schwein,
Ziege und Schaf.
* Danach folgt Rauchen - inklusive Passivrauchen - mit einem Anteil
von acht Prozent.
* Ein hoher Blutzuckerspiegel schlug mit einem Anteil von sechs
Prozent zu Buche.
* Ein hoher Body-Mass-Index (BMI), also Übergewicht, stand der
Berechnung zufolge mit vier Prozent der verlorenen gesunden
Lebensjahre in Verbindung.
* Einen Anteil von zwei Prozent hatte hoher Alkoholkonsum - genauso
wie
* wenig körperliche Bewegung mit ebenfalls zwei Prozent Anteil.
Dies bedeute, dass man mit einem gesunden Lebensstil ohne Rauchen,
aber mit viel Bewegung und einem gesunden Gewicht den Verlust
gesunder Lebensjahre durch die Krankheit vermeiden könne, heißt es in
der Studie. Allerdings gibt es auch genetische und andere nicht
beeinflussbare Ursachen für die Krebsart.
Zwischen 1990 und 2023 habe sich die Krankheitslast durch die
Risikofaktoren Alkohol und Tabak zwar deutlich verringert - nämlich
um 47 beziehungsweise 28 Prozent, heißt es weiter. Bei den anderen
Faktoren gebe es bislang allerdings keine solche positive
Entwicklung, halten die Autoren fest.
Der häufigste Krebs bei Frauen
Brustkrebs ist bei Frauen der häufigste Krebs. Bis zum Jahr 2050 wird
die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen dem Forschungsteam zufolge
voraussichtlich um ein Drittel auf 3,5 Millionen steigen. Die Zahl
der Todesfälle wird ebenfalls zunehmen, auf fast 1,4 Millionen pro
Jahr.
«Während Frauen in reicheren Ländern in der Regel von
Vorsorgeuntersuchungen, einer frühzeitigen Diagnose und umfassenden
Behandlungsstrategien profitieren, verlagert sich die zunehmende
Belastung durch Brustkrebs in ärmere und Schwellenländer», erklärt
Erstautorin Kayleigh Bhangdia von der University of Washington. «Dort
wird die Krankheit oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert,
und die Betroffenen haben nur eingeschränkten Zugang zu guter
Versorgung und sterben häufiger an der Krankheit.»
Fälle in Deutschland nehmen zu - aber Sterblichkeit sinkt
Die Studie liefert auch Daten für Deutschland: Demnach ist die um
Alterseffekte bereinigte Inzidenz - also die Zahl der Brustkrebsfälle
pro 100.000 Frauen - zwischen 1990 und 2023 um knapp 22 Prozent auf
rund 100 gestiegen. Die ebenfalls altersbereinigte Sterblichkeitsrate
ist im gleichen Zeitraum in Deutschland hingegen um rund 23 Prozent
auf etwa 22 gesunken.
Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es pro Jahr in Deutschland etwa
75.000 Neuerkrankungen. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe
ihres Lebens, etwa 18.500 Frauen jährlich sterben daran. Damit ist
auch hierzulande Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Je
früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Das Forschungsteam der aktuellen Studie sieht in seinen Erkenntnissen
Potenzial für eine erfolgreiche Vorbeugung: «Da mehr als ein Viertel
der weltweiten Brustkrebsfälle mit sechs veränderbaren
Lebensgewohnheiten in Verbindung stehen, gibt es enorme
Möglichkeiten, das Brustkrebsrisiko für die nächste Generation zu
senken», betont die beteiligte Forscherin Marie Ng von der National
University of Singapore. So könnten Gesundheitspolitik gezielter
ausgerichtet und Einzelne besser beraten werden, etwa um Übergewicht
zu reduzieren oder den Blutzucker zu senken.
BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.