Zecken und Tigermücken - So schützen Sie sich in Hessen

Zecken und Tigermücken sind in Hessen auf dem Vormarsch. Warum ein
Blick auf den Impfpass und der Check des eigenen Gartens jetzt
besonders wichtig sind.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Sie sind klein, lästig, teils gefährlich und
schon aktiv: In Hessen hat die Zeckensaison begonnen. Hessens
Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) hat die Menschen deshalb dazu
aufgerufen, ihren FSME-Impfstatus zu überprüfen. FSME steht für
Frühsommer-Meningoenzephalitis. Diese Entzündung des Gehirns wird von
Zecken übertragen. Wie wichtig Vorsorge ist, zeige die steigende Zahl
der FSME-Risikogebiete in Deutschland, erläuterte Stolz. 

In Hessen sind zehn Land- und Stadtkreise als FSME-Risikogebiete
ausgewiesen. Dazu zählen die Städte Offenbach und Darmstadt sowie die
Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau,
Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und der Kreis Offenbach. Im
Jahr 2025 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 25
FSME-Fälle in Hessen registriert. Im Jahr 2024 waren es noch zehn
Fälle gewesen. FSME kann auch außerhalb der Risikogebiete vorkommen. 


Impfstatus vor Ausflügen in Risikogebiete prüfen

Das Risiko einer Ansteckung ist für Menschen besonders hoch, wenn sie
häufig im Wald, auf Feldwegen oder an Flüssen unterwegs sind.
Insbesondere vor Aufenthalten in Risikogebieten sollte der Impfstatus
überprüft werden, rät das Gesundheitsministerium. Am besten spreche
man seinen Hausarzt oder Kinderarzt an. Die Impfung muss regelmäßig
aufgefrischt werden, um wirksam zu schützen.

Neben FSME können Zecken auch Borreliose übertragen. Die Zahl der
gemeldeten Fälle dieser Erkrankung ist in Hessen 2025 ebenfalls
angestiegen. So gab es nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung
Hessen allein in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres
insgesamt 19.973 Patienten mit gesicherter Lyme-Borreliose. Im
gesamten Jahr 2024 waren es 19.171 gewesen. Die Erkrankung kann
unbehandelt zu Gelenk,- Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. 

Gegen Borreliose ist zwar keine Impfung möglich, jedoch kann die
bakterielle Infektion gut mit Antibiotika behandelt werden. Wer nach
einem Zeckenstich innerhalb der folgenden Wochen eine Hautveränderung
bemerkt oder grippeartige Symptome entwickelt, sollte umgehend eine
Arztpraxis aufsuchen.

Mit langer Kleidung schützen

Zecken werden laut dem Ministerium bei Temperaturen ab circa sieben
Grad aktiv. Sie halten sich besonders gerne im Unterholz, in
Gebüschen sowie in hohen Gräsern und losem Laub auf. 

Zum Schutz vor den kleinen Parasiten empfiehlt das Ministerium,
Kleidung zu tragen, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Das

Auftragen von Insektenmitteln auf der Haut biete zusätzlich zeitlich
begrenzten Schutz. Nach einem Aufenthalt im Freien solle man den
Körper absuchen, hieß es. Gefundene Zecken sollten rasch und ohne sie
zu quetschen mit einer feinen Splitterpinzette oder einem speziellen
Zeckenset entfernt werden, um so das Infektionsrisiko zu vermindern.

Risiko durch Asiatische Tigermücke steigt

Doch nicht nur Zecken stellen im Frühjahr und Sommer ein Risiko dar -
auch die Asiatische Tigermücke kann für Menschen problematisch
werden. Die schwarz-weiß gestreifte Stechmücke, die ursprünglich aus

Südostasien stammt, sticht aggressiver als heimische Arten und kann
verschiedene Viruserkrankungen wie Dengue- oder West-Nil-Fieber
übertragen. 

Zwar wurde eine entsprechende Übertragung laut dem Ministerium
bislang in Deutschland noch nicht nachgewiesen. «Jedoch steigt das
Risiko mit zunehmender Ausbreitung der Mücke, denn die Erreger werden
regelmäßig von Reiserückkehrenden eingeschleppt», betonte es.
Gleichzeitig erhöhten die klimawandelbedingten höheren Temperaturen
das Risiko für Krankheitsübertragungen auf den Menschen. 

Mögliche Brutplätze beseitigen

«In Hessen kann jede und jeder dazu beitragen, das Gesundheitsrisiko
durch die Asiatische Tigermücke möglichst gering zu halten», erklär
te
Gesundheitsministerin Stolz. Um ihre weitere Verbreitung einzudämmen,
sei es ratsam, schon jetzt das eigene Grundstück sorgfältig zu
überprüfen und potenzielle Brutplätze zu beseitigen oder unzugängli
ch
zu machen. «Auf diese Weise lässt sich das Schlüpfen der Larven am
effektivsten verhindern.» 

Das Insekt komme mit den trockenen und heißen Sommertagen gut klar,
erläuterte das Ministerium. Kleinste Wasseransammlungen,
beispielsweise in einem weggeworfenen Joghurtbecher oder einer
Getränkedose, seien für die Asiatische Tigermücke als Brutgewässer

ausreichend, warnte es.

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