Terrorangriff auf Fußballfans: Angeklagter geständig

Mit einem präparierten Gehstock und einer vorgetäuschten Behinderung
soll ein IS-Terrorist in Bielefeld feiernde Fußballfans angegriffen
haben. Nun hat in Düsseldorf der Prozess begonnen.

Düsseldorf (dpa) - Der mutmaßliche islamistische Attentäter von
Bielefeld hat den Terroranschlag auf feiernde Fußballfans einem
Psychiater gestanden. Er habe die Tötung von Ungläubigen als Teil des
Dschihads (Heiliger Krieg) und damit als gerechtfertigt angesehen,
sagte der psychiatrische Sachverständige, der sieben Stunden lang mit
dem Angeklagten gesprochen hatte, beim Prozessauftakt am Düsseldorfer
Oberlandesgericht. 

Inzwischen bereue der 36-Jährige die Tat und glaube, zur Tatzeit
depressiv gewesen zu sein. Er habe sich in Deutschland einsam und
ausgegrenzt gefühlt. Er habe aber nicht ausreisen können, weil er
keinen Pass gehabt habe. 

Fünf Monate vor der Tat habe er begonnen, Videos der Terrormiliz
Islamischer Staat (IS) zu konsumieren. Er habe auch auf ihn einen
depressiven Eindruck gemacht, sagte der Psychiater. An einem
Deradikalisierungsprogramm habe er aber nicht teilnehmen wollen.

Für die Zerstörung Syriens rächen

Er habe geglaubt, dass westliche Regierungen für die Zerstörung
Syriens verantwortlich seien und sich für diese Ungerechtigkeit
rächen wollen. Zehn Tage vorher habe er sich zur Tat entschieden und
zwei Tage vorher die Messer gekauft. 

Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Attentäter Mahmoud M.
wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. Sie hält den
36-Jährigen für einen IS-Terroristen und den Angriff für einen
islamistisch motivierten Terroranschlag. Mahmoud M. sei in Syrien
ideologisch und militärisch geschult worden, habe dort bis zu einer
Verletzung für den Islamischen Staat an Kampfeinsätzen teilgenommen. 


Gegenüber dem Psychiater hatte der Syrer eingeräumt, für den IS als
Immobilienvermittler gearbeitet zu haben, aber nicht als Kämpfer.
Vier Fans waren bei dem Angriff mit einem präparierten Gehstock, an
den ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge geklebt war,
lebensgefährlich verletzt worden. 

Mit dem Ausruf «Allahu akbar» zugestochen 

Der zur Tatzeit 35-Jährige soll sie am frühen Morgen des 18. Mai 2025
vor einer Bielefelder Bar mit dem Ausruf «Allahu akbar» angegriffen
haben. Die Attackierten hatten vor dem Lokal den Aufstieg des
ostwestfälischen Fußballclubs Arminia Bielefeld gefeiert. 

Nach der Tat konnte der Angreifer flüchten. Einen Tag später, am
Abend des 19. Mai, wurde er in Heiligenhaus bei Düsseldorf
festgenommen.

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