Viele Herzschwäche-Patienten landen mehrfach im Krankenhaus
Herzschwäche-Patienten sind oft Wiederholungsgäste im Krankenhaus.
Eine bestimmte Gruppe von ihnen ist besonders gefährdet.
Stockholm/Würzburg (dpa) - Patienten mit akuter Herzinsuffizienz
kommen oft nicht nur einmal ins Krankenhaus: Besonders betroffen von
diesem Drehtüreffekt sind jene Menschen, die mit einer solchen akuten
Herzschwäche in die Klinik eingeliefert werden und generell eine
eingeschränkte Pumpfunktion haben. Das berichtet ein internationales,
vom schwedischen Karolinska Institut koordiniertes Team im «European
Heart Journal».
In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Herzstiftung rund 4
Millionen Menschen von einer chronischen Herzschwäche betroffen, die
sich gewöhnlich allmählich entwickelt. Bei etwa der Hälfte von ihnen
hat das Herz eine eingeschränkte Pumpfunktion. Frühe Symptome einer
chronischen Herzinsuffizienz sind eine nachlassende
Leistungsfähigkeit sowie Atemnot und Gewichtszunahme.
Im Gegensatz dazu kann eine akute Herzinsuffizienz sehr plötzlich
eintreten und lebensgefährlich sein. Typische Symptome eines solchen
Notfalls sind Wasseransammlungen in den Beinen, Schwindel, starke
Atemnot und Druckgefühl in der Brust.
Akute Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion hatte größtes
Risiko
In der Studie wertete das Forschungsteam Daten von mehr als 10.000
Patienten aus 41 Ländern aus den Jahren 2018 bis 2020 aus. Zum
Vergleich teilten die Forscher die Patienten in zwei Gruppen ein: zum
einen mit akuter Herzinsuffizienz ins Krankenhaus eingelieferte
Menschen und zum anderen Menschen mit chronischer Herzschwäche, die
einen planmäßigen ambulanten Termin hatten.
Dabei zeigte sich:
* 5,1 Prozent der mit akuter Herzinsuffizienz eingelieferten
Patienten starben während ihres Krankhausaufenthalts. Unter
denjenigen, die überlebten, hing der weitere Verlauf davon ab, ob
ihre Herzfunktion eingeschränkt war.
* Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter
Pumpfunktion leben demnach mit dem größten Risiko: 44 Prozent von
ihnen, also fast die Hälfte, wurden nach dem ersten
Krankenhausaufenthalt während des folgenden Jahres mindestens einmal
erneut stationär behandelt.
* Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten
Herzinsuffizienz war mehr als dreimal so hoch (20 Prozent) wie bei
den ambulant versorgten Patienten (6,2 Prozent).
* Weniger schlecht war der Verlauf bei jenen Menschen, die wegen
einer chronischen Herzschwäche ambulante Termine wahrnahmen und deren
Herz eine normale Pumpfunktion aufwies. Von ihnen wurden binnen eines
Jahres 18 Prozent ins Krankenhaus eingeliefert.
Die Untersuchung zeige, dass bei Herzinsuffizienz maßgeschneiderte
Behandlungen notwendig seien, betonen die Autoren. Das gelte vor
allem für Patienten mit akuten Beschwerden und eingeschränkter
Pumpfunktion.
Patienten in verletzlicher Phase
Der nicht an der Studie beteiligte Kardiologe Stefan Frantz vom
Universitätsklinikum Würzburg hält die Resultate der Studie für
realistisch. In eigenen Auswertungen des vergangenen Jahres habe die
Sterblichkeit bei stationären Patienten mit akuter Herzschwäche sogar
bei 25 Prozent gelegen, und 66 Prozent seien erneut ins Krankenhaus
eingeliefert worden.
Dies zeige, dass eine akute Herzinsuffizienz ein Anzeichen dafür sei,
dass der Patient vulnerabler sei und das Herz instabiler. «Das
bedeutet, dass wir gerade in dieser sensiblen Phase besonders
aufpassen müssen», so Frantz, der dem wissenschaftlichen Beirat der
Deutschen Herzstiftung angehört. «Unsere aktuellen Leitlinien
empfehlen deshalb auch, dass Patienten ein bis zwei Wochen nach
Entlassung aus dem Krankenhaus noch einmal nachuntersucht werden
sollen, um zu sehen, ob der Patient wieder stabil ist und die
Medikation auch gut verträgt.»
BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.