Psychogene Blindheit: OVG prüft Anspruch auf Unterstützung
Ein Sehverlust ist auch ohne organischen Schaden am Auge möglich.
Wenn eine psychische Ursache vorliegt, spricht man von psychogener
Blindheit. Ist dies eine anerkannte Behinderung?
Münster (dpa/lnw) - Muss fehlende Sehkraft wegen einer psychischen
Störung als Behinderung anerkannt werden? Mit dieser Frage
beschäftigt sich das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht
heute (12.30 Uhr).
Die Klägerin aus dem Kreis Steinfurt macht für sich geltend, dass sie
wegen eines psychologischen Problems nichts sieht - also an der
sogenannten psychogenen Blindheit leidet. Sie fordert vom
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) finanzielle Unterstützung
und im Schwerbehindertenausweis einen entsprechenden Eintrag.
Der LWL hatte ihre Anträge, die sie auf das Gesetz über die Hilfe für
Blinde und Gehörlose stützt, abgelehnt. Er argumentiert, dass
psychogene Blindheit keine Blindheit im Sinne des Gesetzes sei.
In der Vorinstanz hatte die Klägerin keinen Erfolg. Dabei könnte es
offen bleiben, so die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts im Jahr 2023,
ob die Frau tatsächlich an einer psychogenen Blindheit leide, sie
ihre Sehbeeinträchtigung übertreibe oder sogar bewusst simuliere.
Das Verwaltungsgericht hatte die Berufung aber wegen der
grundsätzlichen Bedeutung zugelassen. Ein Urteil will das OVG
voraussichtlich nach der mündlichen Verhandlung verkünden.
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