Nach Vogelgrippe-Fällen: Neue Maßnahmen in Zoos

Drei Nandus und 80 Meeresvögel getötet: Wie Zoos in Niedersachsen
jetzt mit verschärften Schutzmaßnahmen auf die Vogelgrippe reagieren.

Osnabrück/Walsrode (dpa/lni) - Nach Fällen der Vogelgrippe in Zoos in
Niedersachsen hat der Zoo Osnabrück seine Schutzmaßnahmen weiter
verschärft. Bei einem gestorbenen Nandu sei das Virus bei einer
pathologischen Untersuchung festgestellt worden, teilte eine
Sprecherin mit. Die abschließende Bestätigung des
Friedrich-Loeffler-Instituts stehe aber noch aus. Zwei eng mit dem
Tier zusammenlebende Artgenossen wurden auf behördliche Anordnung
vorsorglich getötet. Neue Verdachtsfälle seien bislang nicht bekannt,
teilte der Zoo mit. Der Tierpark bleibt für Besucher geöffnet,
einzelne Wege an betroffenen Anlagen wurden vorsorglich gesperrt.

Aufstallung und räumliche Trennung

Bereits seit Herbst 2025 hatte der Zoo wegen vermehrter
Vogelgrippefälle bei Wildvögeln in der Region Schutzmaßnahmen
ergriffen. Nach dem aktuellen Verdachtsfall wurden diese in
Abstimmung mit den Behörden deutlich verschärft. Ein Großteil des
Vogelbestandes wird seither in Innenbereichen oder überdachten
Anlagen gehalten, um Kontakte zu Wildvögeln zu vermeiden.

Zudem wurden potenziell gefährdete Bereiche in getrennte
Versorgungszonen unterteilt. Diese organisatorische und räumliche
Trennung soll verhindern, dass sich ein möglicher Erreger zwischen
unterschiedlichen Tierarten oder Gehegen ausbreitet.

Hygieneregeln und neue Abläufe

Zum erweiterten Schutzkonzept gehören Desinfektionsschleusen sowie
verpflichtende Schutzkleidung und Masken für Beschäftigte in
sensiblen Bereichen. Auch die Fütterungs- und Versorgungslogistik
wurde angepasst. Dazu zählen festgelegte Wegeführungen und getrennte
Abläufe bei der Handhabung von Futtermitteln, um mögliche
Kreuzkontaminationen zu vermeiden. 

Ausbruch in Walsrode

Zuvor war die Vogelgrippe im Weltvogelpark Walsrode nachgewiesen
worden. Dort blieb der Ausbruch nach Angaben des Parks auf eine
Voliere begrenzt, dennoch wurden 80 Meeresvögel getötet. Enten und
Gänse gelten als besonders anfällig für das Virus. Der Park bleibt
vorübergehend geschlossen und will spätestens zur Saisoneröffnung im

März wieder öffnen. 

«Wir sind dankbar über jeden Tag, den wir gewinnen, an dem es keine
neuen Fälle gibt. Damit sind wir weiter vom Seuchengeschehen
entfernt», so ein Sprecher des Vogelparks am Dienstag. Die
vergangenen zwei Tage seien noch keine neuen Ausbrüche
bekanntgeworden, die heutigen Ergebnisse stehen aber noch aus.

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