SPD will an telefonischer Krankschreibung festhalten

In der CDU ist von einem zu hohen Krankenstand die Rede - weshalb man
die Krankschreibung per Telefon abschaffen will. Doch die SPD sieht
das anders und verweist auf den Koalitionsvertrag.

Berlin (dpa) - CDU und SPD sind sich bei der telefonischen
Krankschreibung weiterhin uneinig. Während die CDU bei ihrem
Parteitag am Samstag eine Abschaffung forderte, will der
Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Dirk Wiese, an
ihr festhalten. «Die telefonische Krankschreibung ist absolut
sinnvoll. Sie entlastet die Praxen und verhindert weitere
Ansteckungen im Wartezimmer», sagte er der «Bild». 

In der Begründung des Antrags auf dem CDU-Parteitag hieß es, je
einfacher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten sei,
desto eher falle die «Bettkantenentscheidung» zugunsten der
Krankmeldung aus. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die
telefonische Krankschreibung zuvor bereits mit Blick auf einen aus
seiner Sicht zu hohen Krankenstand kritisiert. 

Wiese verwies hingegen darauf, dass im Koalitionsvertrag vereinbart
sei, gegen «missbräuchliche Online-Krankschreibungen» vorzugehen.
«Darauf sollten wir uns als Koalition nun konzentrieren, anstatt
sinnvolle Regeln infrage zu stellen», so der SPD-Politiker.
Patientinnen und Patienten sollten nicht unter Generalverdacht
gestellt werden.

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