Weniger Masern-Infektionen in Bayern
Masern waren insbesondere vor 1970 als Kinderkrankheit weit
verbreitet. Damals war noch keine Impfung verfügbar. Doch auch heute
noch gibt es Infektionen.
München (dpa/lby) - Im vergangenen Jahr sind in Bayern deutlich
weniger Masern-Fälle registriert worden als im Vorjahr. Nach Angaben
des Gesundheitsministeriums waren es 2025 genau 43 und damit 26
weniger als im Jahr 2024. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU)
sagte: «Der Rückgang ist aber kein Grund zur Entwarnung. Vielmehr ist
es weiterhin wichtig, sich und andere mit einer Impfung zu schützen.»
Im laufenden Jahr seien bislang 2 Masern-Infektionen in Bayern
gemeldet worden.
Stiko empfiehlt Impfung
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für 11 Monate alte
Kinder die erste Masernimpfung, die zweite sollte mit 15 Monaten
folgen. Auch für bestimmte Gruppen von Erwachsenen gibt es eine
Impfempfehlung - etwa, wenn der Impfstatus unklar ist oder sie nur
eine Impfung in der Kindheit bekommen haben.
Ministerin Gerlach: «Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie
sind hochansteckend und können einen sehr schweren Verlauf nehmen,
der sogar einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. In seltenen Fällen
können gravierende gesundheitliche Spätfolgen auftreten.»
Aktuell lägen die Impfquoten der bayerischen Kinder im Alter von zwei
Jahren bei etwa 92 Prozent für die erste Masernimpfung und bei 78
Prozent für die zweite Impfung. Das sei zu niedrig, sagte Gerlach. Um
Masern in Deutschland auszurotten, sind Impfquoten von mehr als 95
Prozent bei der zweiten Impfung im zweiten Lebensjahr nötig.
Infektion über Speicheltröpfchen
Die Viren kann man sich über Speicheltröpfchen in der Luft einfangen.
Einige Tage danach breitet sich ein Ausschlag über den ganzen Körper
aus. Etwa jeder zehnte Patient hat Komplikationen, beispielsweise
Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Je älter der Infizierte ist,
desto gefährlicher wird die Krankheit. Selten kommt es auch zu
Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.
Masern waren insbesondere vor 1970 als Kinderkrankheit weit
verbreitet. Damals war noch keine Impfung verfügbar. Wer die
Krankheit einmal durchgemacht hat, ist dagegen immun.
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