Verbraucherschützer: E-Patientenakten noch nicht Alltag
Fast alle gesetzlich Versicherten haben inzwischen einen digitalen
Speicher für Gesundheitsdaten. Die meisten nutzen ihn aber nicht
aktiv - was tun?
Berlin (dpa) - Die neuen elektronischen Patientenakten (ePA) müssen
aus Sicht der Verbraucherzentralen mit mehr nützlichen Anwendungen
für Versicherte attraktiver werden. Die Chefin des Bundesverbands,
Ramona Pop, sagte, die E-Akten seien noch nicht im Alltag der
Menschen angekommen. «Das ist wenig überraschend, denn zentrale
Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin.»
Bislang bleibe die ePA hinter den Erwartungen zurück. Damit sie ihr
volles Potenzial entfalten könne, muss sie zügig weiterentwickelt
werden.
Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben
eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen, was man für sich
auch ablehnen kann. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken
verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte
einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und
soll auch zu besseren Behandlungen beitragen.
Viele nutzen ePA noch nicht für sich selbst
Bisher nutzen Millionen Versicherte ihre E-Akte aber nicht aktiv, um
ihre Daten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren. In einer
Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands nannten
drei Viertel (75 Prozent) als Grund, sich «noch nicht damit
auseinandergesetzt» zu haben, ein Drittel (33 Prozent) sieht «keinen
persönlichen Nutzen». Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
hat bereits mehrere weitere Anwendungen angekündigt.
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