Hatschi! - Hasel- und Erlenpollen fliegen bereits in Bayern

Die Erkältungszeit ist noch nicht vorbei, doch Schnupfen kann jetzt
auch eine andere Ursache haben: Pollen. Was Allergikerinnen und
Allergiker wissen müssen.

München (dpa/lby) - Hasel- und Erlenpollen machen den Allergikerinnen
und Allergikern in Bayern bereits zu schaffen. Der Grund dafür seien
recht milde Temperaturen im Februar, teilte das
Gesundheitsministerium in München mit. Rund 1,4 Millionen Menschen im
Freistaat leiden demnach unter Heuschnupfen, also reagieren auf
bestimmte Pollen etwa mit juckenden Augen, triefender Nase oder
Niesen. 

Betroffene finden aktuelle Messwerte zum Pollenflug in Bayern beim
elektronischen Polleninformationsnetzwerk (ePIN), das alle drei
Stunden neue Daten zur Verfügung stellt. An acht Standorten wird die
Pollenkonzentration allergieauslösender Pflanzen automatisch erfasst.
Dafür saugt das Gerät Luft an und trägt die Pollen auf einen
Probenträger. Eine hochauflösende Kamera macht zahlreiche Bilder, die
eine spezielle Bilderkennungssoftware analysiert. 

Was tun bei Heuschnupfen?

Demnach wurden Hasel- und Erlenpollen in diesem Jahr schon an allen
acht Messstandorten erkannt. Zum Wochenstart zeigte sich etwa in
München, Altötting und Marktheidenfeld zwischenzeitlich eine hohe bis
sehr hohe Belastung. 

«Wenn es zu akuten Beschwerden kommt, sollten Betroffene in Absprache
mit den Ärztinnen und Ärzten möglichst rasch passende Medikamente
einnehmen, um die Symptome zu lindern», erklärte Bayerns
Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Fachleute raten, eine
mögliche Allergie unbedingt abklären zu lassen, denn unbehandelt
könne diese zu Asthma führen. 

Hilfreich für Allergikerinnen und Allergiker ist demnach das
Pollentagebuch in der kostenlosen ePIN-App. Darin können sie ihre
Symptome dokumentieren und mit den Messungen des Pollenflugs
vergleichen. Das kann helfen, die Allergie besser zu verstehen und
sein Verhalten und die Medikamente entsprechend anzupassen. 

Mehr Heuschnupfen wegen Klimaerwärmung?

Aber müssen sich Betroffene angesichts der Klimaerwärmung darauf
gefasst machen, mehr zu leiden? Das elektronische Pollenmonitoring in
Bayern gibt es seit 2019. Damit ist die Zeitspanne laut dem
Gesundheitsministerium zu kurz für eine Aussage darüber, ob sich die
Pollensaison ausgeweitet oder verschoben hat. 

Neben dem automatischen System gibt es in Bayern seit vielen Jahren
Pollenfallen zur Entdeckung neuer Pflanzenarten, die geschultes
Personal mit dem Mikroskop im Labor auswertet. Diese Messdaten wiesen
laut dem Ministerium darauf hin, dass die Menge etwa der Hasel- und
Erlenpollen in der Saison zugenommen habe. 

Außerdem hätten Studien gezeigt, dass der Pollenflug der Hasel
tendenziell früher beginne, heißt es vom Ministerium. Allgemein könne

man sagen, dass die Pflanzen bei höheren Temperaturen früher zu
blühen beginnen. Dadurch könne sich die Pollensaison verlängern.

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