Rot-Grün will HPV-Impfquote in Hamburg erhöhen
Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen
Papillomviren an, die Krebs verursachen können. Impfungen bieten
Schutz. Bei der Impfquote sieht Rot-Grün in Hamburg aber noch Luft.
Hamburg (dpa/lno) - Jährlich wird am 4. März auf die Krebsgefahr
durch Humane Papillomviren hingewiesen. Dennoch sind die
HPV-Impfquoten unter den Jugendlichen in Hamburg im weltweiten
Vergleich niedrig. Das geht aus einem Antrag von SPD und Grünen zum
internationalen HPV-Awareness-Tag hervor. Der Antrag soll in der
nächsten Bürgerschaftssitzung behandelt werden, die
Regierungsfraktionen wollen damit erreichen, dass der Impfschutz in
Hamburg weiter gesteigert wird.
Neben Gebärmutterhalskrebs können die Viren den Angaben zufolge auch
zu Anal- und Mund-Rachen-Krebs sowie Genitalwarzen führen. In Hamburg
seien mit Stand 2023 nur rund 53,7 Prozent der 15-jährigen Mädchen
und 35,4 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft
gewesen, hieß es.
«Die HPV-Impfung schützt nachweislich vor schweren Erkrankungen und
Krebs. Insbesondere kann sie Mädchen und Frauen wirksam vor
Gebärmutterhalskrebs schützen, der häufig Folge einer HPV-Infektion
ist», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion,
Claudia Loss, der Deutschen Presse-Agentur.
Nur gut die Hälfte der 15-jährigen Mädchen geimpft
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Senat eine HPV-Impfkampagne
gestartet. Die Fraktionen setzen sich nun dafür ein, die bestehenden
Maßnahmen fortzuführen und auszubauen. Unter anderem sollen
Sorgeberechtigte in jährlichen Schreiben auf die Wirksamkeit der
Impfung hingewiesen werden und es sollen zusätzliche
niedrigschwellige Angebote geschaffen werden.
«In Deutschland erkranken aktuell pro Jahr etwa 10.000 Personen an
HPV-bedingtem Krebs, davon etwa 7.000 Frauen und 3.000 Männer», heißt
es in dem Antrag. Eine Impfung könne das Risiko für Krebs und
Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent senken. Der beste Zeitpunkt dafür
sei ab dem 9. Geburtstag. Bis zum 14. Geburtstag seien dann zwei
Impfungen für einen vollständigen Impfschutz notwendig, ab dem 15.
Lebensjahr würden drei Impfungen empfohlen.
Impf-Unterschied zwischen Mädchen und Jungen
«Vorsorge darf nicht an fehlender Information oder unnötigen Hürden
scheitern», sagte Loss. «Gerade Kinder und Jugendliche müssen wir
frühzeitig schützen.»
Der Gesundheitsexperte der Grünen, Linus Görg, verwies darauf, dass
es besonders niedrige Impfquoten bei Jungen gebe. Gerade hier müsse
besser über die schützende Wirkung der Impfung aufgeklärt werden,
sagte er. «Deshalb wollen wir Sorgeberechtigte künftig direkt und
umfassend darüber informieren, wie wichtig und sicher eine
HPV-Impfung für die Gesundheit ihrer Kinder ist.»
Zusätzlich sollen die Impfangebote in den Bezirken gezielt ausgebaut
werden. «Das Ziel ist klar: Kein Kind soll in unserer Stadt wegen HPV
im späteren Leben an Krebs erkranken», sagte Görg.
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