Späterer Todesfahrer war als Provokateur und Helfer bekannt
Er kritisierte Muslime und den Islam scharf, soll Frauen bei der
Flucht aus Saudi-Arabien geholfen haben. Als schwieriger Charakter
war der spätere Todesfahrer über Jahre bekannt.
Magdeburg (dpa/sa) - Der spätere Todesfahrer vom Magdeburger
Weihnachtsmarkt soll in saudi-arabischen Kreisen immer wieder
angeeckt sein mit seinen Social-Media-Posts, aber auch mit seiner
persönlichen Art. Er habe den Islam und Muslime scharf kritisiert,
sei dabei auch beleidigend gewesen, sagte ein Mitarbeiter einer
europäisch-saudischen Organisation für Menschenrechte als Zeuge im
parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Landtag in Magdeburg.
Gegenüber politischen Aktivisten sei er richtig feindselig gewesen,
habe ihnen teils Spitzeltätigkeit unterstellt. «Er war als
angriffslustig bekannt», so der Zeuge. «Die meisten Saudis, die ich
kenne, haben angefangen, ihn zu ignorieren.»
Der Saudi, der sich vom Islam losgesagt hatte, sei zugleich bekannt
gewesen dafür, dass er Hilfe für Menschen und insbesondere Frauen
bot, die Saudi-Arabien verlassen wollten. Weil er aber launisch war
und versuchte, alles selbst zu bestimmen, hätten seine Kontakte oft
nicht lange gehalten. «Mir ist bekannt, dass er sehr schlechte
Beziehungen zu seinen Geschwistern hatte», so der Zeuge. Der spätere
Todesfahrer habe bei Twitter schlecht über seine Familie geredet.
Taleb al-Abdulmohsen war am 20. Dezember 2024 mit einem Mietwagen
über den Weihnachtsmarkt von Magdeburg gefahren. Sechs Menschen
wurden getötet, mehr als 300 wurden zum Teil schwerst verletzt.
Derzeit läuft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den Mann aus
Saudi-Arabien. Er arbeitete im Maßregelvollzug in Bernburg
(Salzlandkreis) bei der Salus als Psychiater.
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