AOK-Datenpanne: 6.400 elektronische Patientenakten gesperrt
Die elektronische Patientenakte soll die medizinische Behandlung
vereinfachen und Fehler verhindern - alle wichtigen Daten zu Diagnose
und Therapie an einem Ort. Doch was, wenn die Daten weg sind?
München (dpa) - Eine Softwarepanne bei der AOK Bayern hat für 6.400
Versicherte unerfreuliche Folgen: Bei einer System-Umstellung wurden
die elektronischen Patientenakten (ePA) gesperrt, die darin
abgespeicherten Daten waren anschließend nicht mehr zugänglich, wie
die Krankenkasse mitteilte. Ursache war ein Fehler bei einem
geplanten Software-Update, das IT-Dienstleister durchführen sollten.
«Es war kein Hackerangriff, es sind keine Daten abgeflossen», sagte
ein Sprecher. Mittlerweile steht nach Angaben der Kasse fest, dass
die gesperrten Dateien wiederhergestellt werden können.
Falsche Widerspruchsschreiben
Die ePA ist seit vergangenem Jahr Standard im Gesundheitswesen. Wer
Bedenken gegen die Speicherung seiner medizinischen Daten hat, kann
jedoch Widerspruch einlegen.
Im Rahmen des Software-Updates wurden demnach solche
Widerspruchsschreiben gegen die Nutzung der elektronischen
Patientenakten versandt, die jedoch nicht von den 6.400 Versicherten
stammten. Anschließend wurden die Akten der Betreffenden geschlossen.
Damit waren auch die Daten verschwunden, beziehungsweise nicht mehr
zugänglich. Zuerst über die Panne berichtet hatte der
«Ärztenachrichtendienst». Der Fehler fiel laut AOK vergleichsweise
frühzeitig auf, sodass die Schließung weiterer Akten verhindert
werden konnte. Insgesamt sind bei der größten Krankenkasse im
Freistaat 4,6 Millionen Menschen versichert.
Daten können laut AOK gerettet werden
Im ersten Schritt der Wiederherstellung hat die AOK Bayern die
elektronischen Patientenakten der 6.400 Betroffenen neu angelegt.
Allerdings fehlen bislang die zuvor abgespeicherten Daten. Die Akten
wurden der Kasse zufolge aber bei der Sperrung nicht gelöscht,
sondern in einem Backup-System gespeichert. Die Daten sollen nun vom
Backup-System wieder in die elektronischen Akten rückübertragen
werden.
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