Gewerkschaften fordern Arbeitgeberangebot mit mehr Gehalt
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder wirkt sich mit
Warnstreiks vielerorts aus. Ist in dieser Woche eine Einigung
möglich? Gewerkschaften sehen die Arbeitgeber am Zug.
Düsseldorf (dpa) - Wird es weitere Warnstreiks an Schulen,
Hochschulen und Unikliniken geben? Zur dritten am Mittwoch
beginnenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder fordern die
Gewerkschaften ein verbindliches Arbeitgeberangebot mit mehr Gehalt
und kürzerer Laufzeit als bisher in Aussicht gestellt wurde.
«Liebe Kolleginnen und Kollegen, das, was da als Lösungskorridor
beschrieben wird, das ist eine Frechheit und das lassen wir uns nicht
bieten», sagte Verdi-Chef Frank Werneke auf einer Kundgebung in
Düsseldorf, an der sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 16.000
Streikende und Beamte beteiligten.
Die Arbeitgeber hatten bisher kein verbindliches Angebot vorgelegt,
im Verhandlungsraum seien auch keine Zahlen genannt worden. «So geht
das nicht», unterstrich der Verdi-Chef. Der sogenannte
Lösungskorridor, der von Arbeitgeberseite später vorgestellt worden
sei, sehe 29 Monaten Laufzeit vor und das mit sehr vielen
Nullmonaten, gerade am Anfang, kritisierte Werneke.
Der Chef des dbb-Beamtenbunds, Volker Geyer, warf den Arbeitgeber
vor, rückwirkend für 2025 eine Nullrunde anzustreben und die
Forderung nach einem Mindestbetrag abzulehnen. Werneke und Geyer
bekräftigten die Gewerkschaftsforderung nach sieben Prozent mehr -
mindestens 300 Euro.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hamburgs Finanzsenator
Andreas Dressel (SPD), verweist in einer Stellungnahme auf vorgelegte
weitreichende Eckpunkte, die «im Saldo über 5 Prozent Steigerung»
enthielten. «Das können und werden wir weiter konkretisieren.» Man
setze auf konstruktive Gespräche mit den Gewerkschaften. Es gelte
dabei, die finanziellen Realitäten anzuerkennen.
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