Säugling in Berlin an Meningokokken gestorben

Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland sehr selten, verlaufen
jedoch meist schwerwiegend. In Berlin gab es nun einen Todesfall.

Berlin (dpa) - Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den
Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der Säugling sei am
24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die
Notaufnahme gekommen, heißt es in einem Bericht zu
Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und
Soziales (Lageso). «Er entwickelte ein
Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im
Krankenhaus», so die Experten. 

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form
des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa
einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Der Säugling starb einen Tag
nach der Ankunft im Krankenhaus, wie eine Lageso-Sprecherin auf
Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die «B.Z.» über den Todesfall
berichtet.

Elf Todesfälle seit 2021

Ein mit dem Säugling verwandtes dreijähriges Kind erkrankte wenige
Tage später ebenfalls an Meningokokken und entwickelte eine
Meningitis (Hirnhautentzündung) und eine Sepsis. Das Kind werde auf
der Intensivstation behandelt und habe sich inzwischen stabilisiert,
so das Lageso. Der Impfstatus der beiden Kinder war zunächst nicht
bekannt.

Seit 2021 gab es elf Todesfälle bei Menschen mit Meningokokken in
Berlin. Sechs von elf Verstorbenen waren den Angaben nach Säuglinge
im Alter von unter einem Jahr, wie die Sprecherin sagte.

Einige hundert Infektionen pro Jahr

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten
oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine
Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis)
auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr
selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate
betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren
Langzeitfolgen. 2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere
Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, 2025 bis Mitte September
227. 

In Berlin wurden dem Lageso in den vergangenen zehn Jahren jährlich
zwischen minimal vier (2021) und maximal 39 (2016)
Meningokokken-Erkrankungen gemeldet.

Impfung verfügbar

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber
und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich
innerhalb weniger Stunden rapide.

In Deutschland empfiehlt die Stiko seit 2024 für Säuglinge ab dem
Alter von
zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B.
Darüber
hinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und
Jugendliche im
Alter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die
Serogruppen A, C, W und Y empfohlen.

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