Krankenstand in Sachsen-Anhalt etwas gesunken
Krank zu Hause und nicht am Arbeitsplatz - erste Daten zeigen, dass
die Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr etwas
weniger krankgeschrieben waren. Was sind die Hauptgründe?
Magdeburg (dpa/sa) - Erwerbstätige in Sachsen-Anhalt sind ersten
Auswertungen von Krankenkassen zufolge im vergangenen Jahr etwas
seltener krankgeschrieben gewesen. Die DAK Gesundheit meldete einen
Durchschnittswert von 23,2 Kalendertagen nach 24 im Jahr 2024. Die
meisten Fehltage seien in den Reihen ihrer Versicherten auf das Konto
von Muskel-Skelett-Erkrankungen gegangen, gefolgt von
Atemwegsinfekten und psychischen Erkrankungen.
Die größte Krankenkasse Sachsen-Anhalts, die AOK, ist mit der
Auswertung ihrer Daten zwar noch nicht fertig, kann aber eine Tendenz
ausmachen. «Im Jahr 2025 waren erwerbstätige Versicherte der AOK
Sachsen-Anhalt an 28,4 Tagen krankgeschrieben», erklärte eine
Sprecherin. «Dieser Wert entspricht annähernd dem Vorjahreswert mit
einer leicht rückläufigen Tendenz.»
AOK: Atemwegserkrankungen der häufigste Grund
Zu den Gründen der Krankschreibungen hieß es von der AOK: Wie in den
Vorjahren seien Atemwegserkrankungen nach wie vor der häufigste
Grund, dass die Menschen zu Hause bleiben - annähernd ein Drittel
aller Arbeitsunfähigkeitsfälle sei darauf zurückzuführen.
An zweiter Stelle stünden erneut die Muskel- und Skeletterkrankungen
wie etwa Rückenschmerzen mit rund 16 Prozent aller
Arbeitsunfähigkeits-Fälle, gefolgt von Erkrankungen des
Verdauungssystems mit rund 8 Prozent aller AU-Fälle. Es handele sich
um vorläufige Zahlen.
Barmer: Psychische Leiden führen zu längeren Ausfällen
Auch die Barmer meldet für Sachsen-Anhalt, dass die bei ihr
versicherten Erwerbstätigen im vergangenen Jahr seltener
krankgeschrieben waren als 2024. Im Jahr 2024 seien im Schnitt 26,9
Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) erfasst worden, im vergangenen Jahr
seien es 25,9 Krankentage gewesen. Das entspreche einem Rückgang von
3,7 Prozent.
«Hauptursache für die Fehltage waren nach wie vor psychische Leiden»,
erklärte Barmer-Landesgeschäftsführerin Birgit Dziuk. Sie
verursachten im Jahr 2025 rund 5,2 AU-Tage je Versicherten, 2024
waren es 5,3 AU-Tage gewesen.
«Seelische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen wirken
sich oft stark auf die Arbeitsfähigkeit aus. Dazu kommt, dass eine
psychische Erkrankung länger anhält als beispielsweise eine Grippe»,
so Dziuk weiter. «Häufig sind psychische Leiden schwer zu
diagnostizieren und werden nicht unmittelbar behandelt, was zu
verlängerten Ausfallzeiten führen kann.»
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