Elektronische Patientenakte noch nicht in Alltag angekommen
Technische Hürden, schleppende Befüllung, kaum Nutzen: Ärzte,
Apotheker und Kassen in Hessen sehen Nachbesserungsbedarf bei der
elektronischen Patientenakte.
Frankfurt/Main/Bad Homburg (dpa/lhe) - Gut ein Jahr nach dem Start
der elektronischen Patientenakte (ePA) fordern Ärzte, Apotheker und
Kassen in Hessen Verbesserungen. Sie kritisieren unter anderem
technische Hürden und fehlende Nutzerfreundlichkeit. Die
Kassenärztlichen Vereinigung Hessen etwa sieht in der ePA keinen Wert
für die Versorgung. «Es gibt sie, sie wird aber nur selten genutzt,
weil es offenbar keinen erkennbaren Nutzen gibt», erklärte ein
Sprecher.
Die Landesärztekammer hält die ePA «grundsätzlich für eine gute
Einrichtung». «Allerdings lässt ihre Funktionalität noch zu Wünsc
hen
übrig», teilte ein Sprecher mit. «Hier existieren Lücken.
Beispielsweise können bestimmte Schmerzmedikamente nicht erfasst
werden, wodurch die ePA noch nicht für alle Patienten beziehungsweise
Therapien genutzt werden kann.»
Die Nutzung der elektronischen Patientenakte sei noch uneinheitlich,
erklärte der Vorsitzende des hessischen Apothekerverbands Holger
Seyfarth. «Vor allem die Befüllung der Akten läuft bislang
schleppend.»
Seit Oktober ist Nutzung verpflichtend
Die digitale Akte sei leider noch nicht im Versorgungsalltag
angekommen, sagte Ralf Metzger von der AOK Hessen. «Insgesamt 23.000
unserer Versicherten nutzen die ePA aktiv beziehungsweise haben sich
für unsere App registriert.» Diese Zahl sei sicher noch nicht
zufriedenstellend. Bei der AOK Hessen sind über 1,7 Millionen
Menschen versichert.
Ab Mitte Januar 2025 ist das System stufenweise für alle gesetzlich
Krankenversicherten in Deutschland eingeführt worden, sofern sie
nicht widersprochen haben. Seit Oktober vergangenen Jahres sind
Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die elektronische Patientenakte zu
nutzen und neue Diagnosen und Befunde in der E-Akte abzulegen.
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