Einzelhändler wenig optimistisch für 2026

Das vergangene Jahr verlief für den Einzelhandel besser als
befürchtet. Für 2026 erwarten viele Unternehmen sinkende Umsätze. Der

Branchenverband bleibt bei seiner Prognose vorsichtig.

Berlin (dpa) - Die Einzelhandelsbranche in Deutschland blickt
verhalten auf das Jahr 2026. Fast jedes zweite Unternehmen erwartet
laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschlands (HDE), dass die
Umsätze leicht oder deutlich niedriger ausfallen als 2025 (49
Prozent). Ein Viertel (23 Prozent) rechnet mit steigenden Erlösen. 29
Prozent gehen davon aus, dass die Umsätze auf dem Vorjahresniveau
liegen. Befragt wurden knapp 600 Handelsunternehmen. 

Der Handelsverband erwartet für die Branche im laufenden Jahr ein
nominales Umsatzplus von zwei Prozent. Bereinigt um Preissteigerungen
entspräche dies nur einem Wachstum um 0,5 Prozent. Größtes Problem
bleibt laut HDE-Umfrage die Kaufzurückhaltung. Für größere
Anschaffungen seien Verbraucher wegen der angespannten
weltpolitischen Lage offenbar zu verunsichert, sagte
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Deutlich optimistischer fällt

der Ausblick für den Onlinehandel aus: Hier wird 2026 mit einem
preisbereinigten Umsatzplus von 3,5 Prozent gerechnet.

Einzelhandel legt 2025 zu

Der deutsche Einzelhandel hat 2025 trotz schwacher Konjunktur bessere
Geschäfte gemacht. Preisbereinigt stieg der Umsatz laut Statistischem
Bundesamt zum Vorjahr um 2,7 Prozent. Das Plus geht unter anderem auf
die Umstrukturierung eines großen Onlinehändlers zurück, durch die
bislang nicht in Deutschland erfasste Umsätze berücksichtigt wurden.
Bei dem Unternehmen soll es sich um Amazon handeln.

Der HDE kommt in seiner eigenen Berechnung für das vergangene Jahr
auf niedrigere Werte. Demnach lag das preisbereinigte Umsatzplus bei
1,5 Prozent. Der Verband beschränkt sich dabei nach eigenen Angaben
auf den Einzelhandel im engeren Sinne, also ohne Kfz-Handel,
Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken.

Zu Jahresbeginn hat sich die Konsumlaune leicht verbessert. Darauf
deuten sowohl das HDE-Konsumbarometer als auch der Konsumklimaindex
von NIQ und dem Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM)
hin.

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