Bessere Daten sollen zukünftige Unfälle verhindert
Experten fordern neue Methoden zur Erfassung von Verletzungen und
setzen auf KI und digitale Plattformen. Was sich bei der
Unfallanalyse jetzt ändern soll.
Goslar (dpa) - Um Unfälle in Zukunft besser zu verhindern, sollen
mehr Daten gesammelt werden. Das fordern verschiedene Fachleute.
Insbesondere solle künftig zwischen schweren und schwersten oder
lebensbedrohlichen Verletzungen unterschieden werden.
«Wenn Schwerverletzte tatsächlich medizinisch besser sichtbar werden,
können Schutz- und Präventionsprogramme gezielter entwickelt werden»,
sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Unfallchirurgie, Frank Hildebrand. Bisher würde der Verletzungsgrad
etwa anhand der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus bestimmt, kritisierte
er. Der Verband schlägt daher eine Einstufung jeder einzelnen
Verletzung auf einer Skala - der sogenannten MAIS - von 1 bis 6 vor.
Digitale Speicher-Plattform existiert bereits
Eine digitale Plattform zum Speichern dieser Daten liege mit dem
sogenannten Traumaregister zudem bereits vor. Dies müsse mit
Verkehrsdaten zu Unfällen verzahnt werden. Für die Polizei habe das
zudem den Vorteil, dass sie nicht mehr Verletzungsdaten in Kliniken
per Anruf erfragen müsse. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat spricht
sich, dabei dafür aus, das MAIS-Verfahren zunächst in Pilotprojekten
zu testen. Auch Autoclubs wie der ADAC oder Auto Club Europa sprechen
sich für genauere Verletzungsdaten aus und empfehlen zudem den
Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Neben dem Verletzungsgrad würden auch weitere Unfalldaten bisher
nicht erhoben, sagte die Chef-Unfallforscherin im Gesamtverband der
Versicherer Kirstin Zeidler. «Es gibt noch weiße Flecken, etwa fehlt
eine Bundesstatistik zu sogenannten Dooring-Unfällen.» - also
Unfällen, bei denen Radfahrer mit sich plötzlich öffnenden Autotüre
n
zusammenstoßen. Zeidler betonte: «Für bessere Verkehrssicherheit
braucht man gute Daten»
Thema bei Fachtagung
Noch bis Morgen soll das Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar
besprochen werden. Bei der Fachtagung kommen jährlich Fachleute für
Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht zusammen. In diesem Jahr mehr
als 1.700 Menschen. Zum Abschluss geben sie Empfehlungen an
Gesetzgeber, die in der Vergangenheit auch immer mal wieder
tatsächlich aufgegriffen wurden.
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