Biathletin Puff spricht über Panikattacken und Saison-Aus
Der Traum von Olympia ist für Johanna Puff geplatzt. Wie sie das
verkraftet und wie sie sich zurückkämpfen will.
Berlin (dpa) - Biathletin Johanna Puff hat immer noch mit den
Auswirkungen ihrer Herzmuskelentzündung zu kämpfen. Die Saison ist
für die 23-Jährige definitiv beendet, wie sie im Interview des
Portals «web.de» sagte. «Solange ich kein klares Okay habe, denke ich
darüber nicht nach. Sonst erlebt man mehr Enttäuschungen als Freude»,
erklärte Puff.
Sport sei immer noch ein absolutes Tabu für sie. Das sei «brutal
schwer», aber die Gesundheit gehe vor. «Solange der Körper nicht
gesund ist, ergibt es keinen Sinn. Trotzdem habe ich es bis heute
noch nicht zu hundert Prozent akzeptiert», sagte Puff. In dieser
Woche habe sie zwei Nachuntersuchungen. Wenn alles passe, «kann ich
vielleicht ganz langsam einsteigen. Aber bis es wieder normal ist,
dauert es sicher.»
Puff berichtet von Panikattacken
Die zweifache Europameisterin war bei einem Rennen im zweitklassigen
IBU-Cup in Obertilliach am 7. Dezember 2025 auf der Strecke
kollabiert. «Ich erinnere mich vor allem an einen extremen Druck auf
der Brust und massive Atemprobleme. Ich hatte zwei Panikattacken»,
erzählte Puff.
Die anschließende Zeit der Ungewissheit sei sehr belastend gewesen.
Erst später folgte die Diagnose Herzmuskelentzündung. «Es war ein
Zwiespalt. Einerseits war ich froh, endlich eine Erklärung zu haben.
Zum Glück ist es eine mildere Form, keine extreme. Aber es bleibt ein
Risiko», sagte Puff.
Wände streichen als Ablenkung
Es gehe ihr jetzt besser, «aber gut ist es noch nicht. Ich bin
sportlich noch überhaupt nicht zurück», sagte Puff. Sie mache jetzt
viel im Haushalt, «räume um, streiche auch mal eine Wand. Ansonsten
schaue ich, ob ich irgendetwas Richtung Fernstudium machen kann -
einfach, um den Kopf ein bisschen abzulenken.»
Mit ihrem vorzeitigen Saison-Aus platzte auch eine mögliche
Olympia-Teilnahme, wenngleich die Chancen dafür nicht überragend groß
waren. Puff hatte sich zum Saisonbeginn nicht für das Weltcup-Team
qualifiziert. «Ich glaube, schwieriger als es leistungsmäßig nicht zu
schaffen, ist es, gar keine Chance mehr darauf zu haben», sagte Puff.
Vermutlich sei es nicht die letzte Möglichkeit: «Aber Olympia ist nur
alle vier Jahre, es ist ein Kindheitstraum. Der bricht schon ein
Stück weit zusammen.»
Puff feuert bei Olympia nun ihren Freund an
In Antholz ist sie wohl dennoch. Denn ihr Partner Lukas Hofer (36)
erlebt im italienischen Antholz Heimspiele. «Ich werde wahrscheinlich
die erste Woche nach Antholz rüberfahren, um Lukas zu unterstützen.
Wahrscheinlich schaue ich mir dann auch die Mixed-Staffel an», sagte
Puff.
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