Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft bis zu 160 Milliarden

Sind Beschäftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie
stützt Kritiker. Die großen Arbeitsausfälle haben demnach erhebliche

Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft.

Berlin (dpa) - Die häufigen Ausfälle von Beschäftigten wegen
Krankheit kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden. «Seit vier
Jahren ist der Krankenstand auf einem weit überdurchschnittlichen
Niveau mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen», heißt es in
einer Studie des Pharmaverbands VFA, die der Deutschen Presse-Agentur
vorliegt. Arbeitnehmer in Deutschland seien häufiger krank als in
anderen Ländern. 

Im vergangenen Jahr habe der Krankenstand mit 5,7 Prozent rund zwei
Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2019 gelegen,
schreibt VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen. Selbst bei vorsichtiger
Schätzung belaufe sich der Verlust in der Wertschöpfung durch den
hohen Krankenstand auf ein Drittel Prozent der jährlichen
Wirtschaftsleistung - schlimmstenfalls wären es fast ein Prozent pro
Jahr. 

«In der Summe der vergangenen vier Jahre entspricht dies einem
Ausfall von bis zu 160 Milliarden Euro.» Die finanziellen Lasten für
die Krankenversicherungen seien dabei noch nicht berücksichtigt. «In
Zeiten eines sinkenden Erwerbstätigenpotentzials kann dauerhaft nicht
auf umgerechnet 300.000 Erwerbstätige wegen Krankheit verzichtet
werden.» 

Krankenstand erschwert Konjunkturerholung 

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) plädiert für
mehr Vorsorge und Prävention - etwa mit breiten Grippe-Impfungen. «In
einem Umfeld ohnehin schwacher Wachstumsraten fallen
krankheitsbedingte Ausfälle in der Produktion besonders ins Gewicht
und belasten die konjunkturelle Erholung», schreibt Chefvolkswirt
Michelsen. 

Der Studie zufolge gab es einen Sprung beim Krankenstand von 2021 auf
2022, der maßgeblich auf Atemwegserkrankungen wie Grippe, RSV und
Covid-Infektionen zurückgehe. Seitdem habe sich der Krankenstand zwar
etwas verringert, bleibt aber erhöht. 

Telefonische Krankschreibung in der Kritik 

Für tatsächlich höhere Krankenstände spreche, dass es seit 2022
anhaltend mehr Arztbesuche gebe, so der VFA. Außerdem seien in den
vergangenen vier Jahren weltweit stärkere Grippewellen aufgetreten
und 2023 in Deutschland eine unüblich schwere RSV-Welle. Die oft
kritisierte telefonische Krankschreibung habe dagegen wohl keinen
spürbaren Effekt, da sie schon seit 2020 existiere, also vor dem
Sprung beim Krankenstand 2022. 

Die großen Krankheitsausfälle haben eine Debatte über die
Arbeitsmoral in Deutschland ausgelöst. Kanzler Friedrich Merz (CDU)
beklagte kürzlich den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand.
Beschäftigte hierzulande kämen im Schnitt auf 14,5 Krankentage im
Jahr, kritisierte er und stellte die Möglichkeit zur telefonischen
Krankschreibung infrage. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
kündigte an, die Regelung zu überprüfen. Die mitregierende SPD lehnt

ein Ende der Möglichkeit zu Krankschreibungen per Telefon ab.

BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse

In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.

Jetzt der BKK firmus beitreten



Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK

Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.

Jetzt der TK beitreten





Zur Startseite