Flacht die Grippewelle ab oder kommt das dicke Ende noch?

Erst ein sprunghafter Anstieg, dann ein leichter Rückgang. Wie geht
es weiter mit Influenza? Der Hausärzteverband wagt eine Prognose.

Wiesbaden/Dillenburg (dpa/lhe) - In Hessens Hausarztpraxen ist Grippe
zurzeit ein großes Thema. Anfang des Jahres war die Zahl der
gemeldeten Influenza-Fälle sprunghaft gestiegen, die jüngsten Daten
zeigen einen leichten Rückgang. Wie geht es weiter? Der
Landesvorsitzende im Hausärztinnen- und Hausärzteverband, Christian
Sommerbrodt, glaubt nicht, dass die Grippewelle schon vorbei ist.

Wann wird der Höhepunkt erwartet?

«Die Infektwellen zum Ende des letzten Jahres und Anfang des
aktuellen Jahres verlaufen ähnlich zu den letzten Jahren: Eine große
Infektwelle vor Weihnachten und eine große Infektwelle nach
Silvester», sagte Sommerbrodt der Deutschen Presse-Agentur. Die
spätere Infektwelle verlief in den vergangenen Jahren von Mitte
Januar bis Ende März oder Anfang April.

Laut Hausärzteverband ist es gerade erst der Anfang der Grippewelle,
«daher kommen jetzt auch die Anstiege der Infekte», so Sommerbrodt.
«Diese werden erwartungsgemäß auch noch einige Wochen anhalten und
das System wieder stark belasten. Der Gipfel der Erkrankung wird
vermutlich im Bereich der 4. bis 10 Kalenderwoche liegen.»

Werden die Impfstoffe knapp?

«Die Impfung gegen Influenza macht immer noch Sinn und alle Personen,
die bislang noch nicht geimpft wurden, sollten dies nachholen», hatte
Sommerbrodt bereits vergangene Woche betont.

Berichte über Engpässe bei den Grippeimpfstoffen in anderen
Bundesländern träfen auf Hessen nur bedingt zu, wie Sommerbrodt
erklärt: Engpässe gebe es «jedes Jahr wieder» - in Phasen, in denen

die Nachfrage sprunghaft steige. Daher raten die Ärzte, sich
frühzeitig impfen zu lassen.

Leichter Rückgang Mitte Januar

Wie aus Daten des Hessischen Landesamts für Gesundheit und Pflege in
Dillenburg («Epi-Kurier») hervorgeht, war die Zahl der Infektionen zu
Beginn des neuen Jahres sprunghaft angestiegen. In der dritten
Kalenderwoche (ab 12. Januar) sank die Zahl der gemeldeten Fälle
jedoch wieder - sowohl bei Influenza als auch bei Corona und dem
Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV).

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