Minneapolis: Clinton wirft Verantwortlichen Lügen vor
Der Protest gegen die Trump-Regierung nach den Todesschüssen in
Minneapolis bekommt weitere prominente Unterstützung. Nach den Obamas
meldet sich auch Ex-US-Präsident Clinton zu Wort.
Minneapolis (dpa) - Ex-US-Präsident Bill Clinton hat nach den
tödlichen Schüssen auf einen Krankenpfleger in Minneapolis die
Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Stimme gegen die Abschiebe-Praxis
der Regierung von Präsident Donald Trump zu erheben. «Wenn wir unsere
Freiheiten nach 250 Jahren aufgeben, könnten wir sie vielleicht nie
zurückbekommen», schrieb er in einem Statement. Es liege nun an
allen, die an das Versprechen der amerikanischen Demokratie glauben,
aufzustehen.
Demokrat Clinton, der 1993 bis 2001 Präsident war, betonte auch, er
hätte nie für möglich gehalten, dass sich solche Szenen wie die der
vergangenen Wochen in Minneapolis und anderen Städten in den
Vereinigten Staaten abspielen.
Am Samstagmorgen war ein US-Bürger bei einem Einsatz von
Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde getötet worden. Anfang Januar
starb eine US-Bürgerin in derselben Stadt durch Schüsse aus der Waffe
eines Beamten der Einwanderungsbehörde ICE. Die Regierung spricht von
Selbstverteidigung. Videomaterial im Netz erweckt einen anderen
Eindruck.
Clinton erhob schwere Vorwürfe: «Die Verantwortlichen haben uns
belogen und uns gesagt, nicht das zu glauben, was wir mit unseren
eigenen Augen gesehen haben».
Zuvor hatten bereits der demokratische Ex-Präsident Barack Obama und
seine Frau Michelle zu öffentlichem Protest aufgerufen. Jede
Amerikanerin und jeder Amerikaner sollte die Welle friedlicher
Proteste in der Stadt im Norden der USA und anderen Teilen des Landes
unterstützen und daraus Inspiration schöpfen, schrieb das Ehepaar in
einem gemeinsamen Statement. «Sie sind eine zeitgemäße Erinnerung
daran, dass es letztlich an jedem und jeder von uns als Bürgerinnen
und Bürgern liegt, gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, unsere
grundlegenden Freiheiten zu schützen und unsere Regierung zur
Rechenschaft zu ziehen.»
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