Kalifornien trotzt Trump: Kooperation mit WHO-Netzwerk
Kalifornien bleibt einem internationalen Netzwerk zur
Seuchenbekämpfung treu - trotz Trumps Kurs gegen die WHO. Aber was
nützt das Engagement des US-Bundesstaates?
Sacramento (dpa) - Der US-Bundesstaat Kalifornien will die
Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch nach
dem Austritt der USA demonstrativ fortsetzen. Der demokratische
Gouverneur Gavin Newsom, ein Widersacher von Präsident Donald Trump,
kündigte die Teilnahme an einem Netzwerk von Institutionen zur
schnellen Erkennung und Bekämpfung von Gesundheitsgefahren von
internationaler Bedeutung an. Die WHO koordiniert dieses Netzwerk
namens GOARN (Global Outbreak Alert and Response Network).
Newsom setzt damit ein weiteres Zeichen in seiner Opposition zu
Trump. Was die kalifornische Regierung allerdings genau vorhat, ist
unklar. Denn in dem Netzwerk sind Fachinstitute und Organisationen
vertreten, keine Staaten oder Regierungen. «Die Teilnahme an GOARN
steht gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen weltweit und
auf allen Ebenen offen, die ein Interesse an der Förderung der
GOARN-Vision haben und in der Lage sind, zu Warn- und
Reaktionsmaßnahmen bei Notfällen im Bereich der öffentlichen
Gesundheit beizutragen», heißt es auf der Webseite.
Auch Robert Koch-Institut im Netzwerk
Tatsächlich kooperieren in dem Netzwerk laut Webseite mehrere
US-Institute, darunter Universitäten, andere Forschungseinrichtungen
und die nationale Gesundheitsbehörde CDC. Aus Deutschland sind
ebenfalls Universitätsinstitute dabei. In prominenter Rolle ist das
auch das Robert Koch-Institut in Berlin. Es ist für die Erkennung,
Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten zuständig. Es bildet im
Rahmen des Netzwerks Gesundheitspersonal aus anderen Ländern weiter,
damit dort Krankheitsausbrüche besser bewältigt werden können.
Die USA hatten 2025 als erstes Land der Welt ihren Austritt aus der
1948 gegründeten WHO angekündigt. Diese Woche wurde der Austritt
wirksam. Die WHO hat jetzt noch 193 Mitgliedsländer. Trump hatte
staatlichen US-Instituten vor einem Jahr die weitere Zusammenarbeit
mit der Organisation untersagt. Er wirft ihr Korruption, Ineffizienz
und Einknicken unter politischem Druck etwa von China vor.
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