Philippi: Telefonische Krankschreibung entlastet Arztpraxen
Sollte die telefonische Krankschreibung beibehalten werden?
Niedersachsens Gesundheitsminister meint: Wer krank ist, soll nicht
zur Arbeit gehen - und warnt vor einem Generalverdacht gegen Kranke.
Hannover (dpa) - In der aktuellen Debatte um die telefonische
Krankschreibung hat Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas
Philippi (SPD) vor einem Generalverdacht gegen Patientinnen und
Patienten gewarnt. «Die derzeitige Debatte darf nicht dazu führen,
dass Menschen trotz Krankheit zur Arbeit gehen, weil sie Vorurteile
oder Stigmatisierung fürchten», sagte der Politiker, derzeit
Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, laut Mitteilung.
Krankheiten müssten auskuriert werden, damit Menschen ordentlich
gesunden und Ansteckungen vermieden werden, erklärte Philippi.
Telefonische oder Video-Krankschreibungen würden das Infektionsrisiko
in Arztpraxen senken und auch die oft überlaufenen Hausarztpraxen
entlasten.
«Form von Entbürokratisierung»
Diese Formen der Krankschreibung seien auch eine Form der
Entbürokratisierung und Vereinfachung von Abläufen. «Nach wie vor
gilt, dass Krankschreibungen nur auf Grundlage einer
vertragsärztlichen Untersuchung erfolgen dürfen - dies kann aber auch
mittelbar persönlich im Rahmen einer Videosprechstunde oder nach
telefonischer Anamnese erfolgen», betonte er.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt den hohen
Krankenstand in Deutschland und die Möglichkeiten der telefonischen
Krankschreibungen bemängelt. Gesundheitsministerin Nina Warken
kündigte an, die Regelung überprüfen zu wollen. Im Koalitionsvertrag
von CDU und SPD heißt es zu Krankschreibungen ohne Arztbesuche: «Die
telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Missbrauch
zukünftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der
Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen).»
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