Eigenanteil für Heimplätze in MV steigt erneut deutlich

Wer ins Pflegeheim zieht, muss tief in die Tasche greifen. Wie stark
der Eigenanteil in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen ist.

Berlin/Schwerin (dpa/mv) - Die Pflege im Heim ist für Bewohnerinnen
und Bewohner in Mecklenburg-Vorpommern noch teurer geworden. Die
Zahlungen aus eigener Tasche im ersten Aufenthaltsjahr liegen derzeit
bei durchschnittlich 2.903 Euro im Monat, wie eine Auswertung des
Verbands der Ersatzkassen ergab. Das sind 151 Euro mehr als ein
halbes Jahr zuvor und 246 Euro mehr als am 1. Januar 2025, wie die
der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen.

AOK-Zahlen weichen leicht ab

Auch die AOK Nordost legte eine Auswertung vor. Nach der Berechnung
des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) lag der Eigenanteil
der Pflegebedürftigen per 31. Dezember 2025 in MV bei 2.844 Euro im
ersten Jahr im Heim. Später sinkt der Eigenanteil.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und
Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil
der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen zudem
Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den
Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu. 

Große regionale Unterschiede 

Im Bundesschnitt belief sich der von den Bewohnerinnen und Bewohnern
selbst zu zahlende Anteil zum 1. Januar im ersten Jahr im Heim auf
3.245 Euro pro Monat, wie die Daten der Ersatzkassen zeigen. Die
Unterschiede sind regional groß. Im Ländervergleich am teuersten war
die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit im
Schnitt 3.637 Euro im Monat. Am niedrigsten war die monatliche
Belastung im ersten Jahr im Heim in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro.

Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim
an. Denn danach richten sich Entlastungszuschläge, die
Pflegebedürftige von den Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für
die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent
gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab
dem vierten Jahr um 75 Prozent. Mit dem höchsten Zuschlag ab dem
vierten Jahr stieg die Zahlung aus eigener Tasche zum Jahresbeginn in
MV im Schnitt auf 1.734 Euro.

Sozialministerin Drese: «Kostenexplosion stoppen»

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD)
forderte unterdessen eine umfassende Umgestaltung der
Pflegeversicherung, die «unbedingt diese Kostendynamik bremsen und
die Eigenanteile in Pflegeeinrichtungen begrenzen muss». Auch die
Prävention, sowie Beratung und Begleitung müsse nach der Ansicht der
Ministerin in den Fokus genommen werden, um die Pflegebedürftigkeit
älterer Menschen hinauszuzögern und die Aufnahme in stationäre
Pflegeheime zu vermeiden.

Bereits Anfang Dezember hatte das Land vermeldet, dass die Ausgaben
bei der Hilfe zur Pflege von 2022 auf 2024 von 61,5 Millionen Euro
auf 115,5 Millionen Euro gestiegen sind. Drese sagte: «Auch diese
Kostenexplosion muss gestoppt werden.» Die «Hilfe zur Pflege» sei
eine staatliche Sozialleistung für Menschen, die pflegebedürftig sind
und die notwendigen Pflegekosten nicht aus eigenen Mitteln, dem
Einkommen oder Vermögen sowie den Leistungen der gesetzlichen
Pflegeversicherung bestreiten könnten.

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