Cannabis-Produzent Demecan erweitert Produktion
Demecan verdoppelt in Ebersbach seine Anbaufläche und investiert
weitere Millionen. Doch die geplante Änderung des Cannabisgesetzes
bedeutet für das Unternehmen eine unsichere Zukunft.
Ebersbach (dpa/sn) - Deutschlands größter Produzent von medizinischem
Cannabis, das Unternehmen Demecan, hat seine Produktion im
sächsischen Ebersbach (Landkreis Meißen) erweitert. Das 2017
gegründete Unternehmen hat seine Anbaukapazitäten auf rund 4000
Kilogramm pro Jahr verdoppelt. Insgesamt sind in den Standort
inzwischen gut 23 Millionen Euro geflossen, davon 18,6 Millionen Euro
in den ursprünglichen Ausbau des früheren Schlachthofgeländes,
weitere fünf Millionen Euro in die aktuelle Erweiterung, sagte
Co-Gründer Constantin von der Groeben der Deutschen Presse-Agentur.
Die Zahl der Beschäftigten wuchs demnach von etwa 70 bis 80 auf
inzwischen rund 120 Mitarbeitende.
Unternehmen kritisiert unsichere Rahmenbedingungen
Die bisherige Anbaufläche in dem rund 32.000 Quadratmeter großen
Gebäudekomplex sei noch einmal eins zu eins verdoppelt worden. In der
Anlage wachsen aktuell rund 5000 Cannabispflanzen, die in einem
Neun-Wochen-Zyklus in hermetisch abgeriegelten Räumen kultiviert
werden. Neu hinzugekommen sind zudem eine Extraktionsanlage für ein
eigens entwickeltes Frischextrakt mit besonders hohem Wirkstoffgehalt
und Reinheitsgrad sowie ein hauseigenes Labor zur Qualitätskontrolle
und Wirkstoffbestimmung vor Ort. Nach Unternehmensangaben ist es die
modernste Indoor-Plantage für medizinisches Cannabis in Europa. Nach
wie vor importiert das Unternehmen aber mehr Cannabis als es selbst
anbaut. Die Kapazitäten in Ebersbach könnten allerdings weiter
vervielfacht werden.
Demecan sei auf Wachstumskurs, das vergangene Jahr das beste in der
Unternehmensgeschichte gewesen, so von der Groeben. «Wir sind hier
voll wettbewerbsfähig mit dem Cannabis, was wir produzieren.» Das
gelte allerdings nur, wenn die Marktbedingungen so bleiben, wie sie
sind. Für Unsicherheit sorge daher der aktuelle Gesetzentwurf für
eine Verschärfung des Cannabisgesetzes.
Gesetzentwurf will Versandhandel durch Apotheken einschränken
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will unter anderem den
Versandhandel mit medizinischem Cannabis einschränken. Die
Verschreibung des Medikaments solle zudem künftig ausschließlich nach
persönlichem Gespräch bei einem Arzt möglich sein statt wie bisher
auch online, etwa durch das Ausfüllen eines Fragebogens. Hintergrund
ist ein Anstieg bei den Verschreibungen von medizinischem Cannabis.
Demecan-Gründer von der Groeben kritisiert, dass die Debatte
politisch und emotional geführt werde, nicht sachlich und nicht
«daten- und faktengetrieben». Der Gesetzentwurf sei zudem
verabschiedet worden, bevor ein entsprechender Evaluationsbericht zu
den bisherigen Auswirkungen des von der damaligen Ampel-Regierung aus
SPD, Grünen und FDP verabschiedeten Cannabisgesetzes fertiggestellt
war. Dieser habe gezeigt, dass der gesamtgesellschaftliche Konsum der
Droge nicht angestiegen sei.
Eine Verschärfung der Regularien könne Konsumenten zurück in den
Schwarzmarkt treiben, so von der Groeben. Das Unternehmen befürchte
zudem Geschäftseinbußen. Man sei stolz auf das Erreichte. Nun fehle
aber die Planungssicherheit und es bestehe die Gefahr, dass «das Kind
mit dem Bade ausgeschüttet wird». Für Donnerstag hat sich Sachsens
Ministerpräsident Michael Kretschmer für einen Besuch bei Demecan
angekündigt.
BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.