Welche Prozesse 2026 in Potsdam anstehen
Ein tödlicher Messerangriff im Imbiss, Klima-Aktivisten und ein
brisanter Sterbehilfe-Fall: Welche Strafprozesse das Landgericht
Potsdam 2026 plant.
Potsdam (dpa) - Nach dem tödlichen Angriff auf eine Frau in einem
Imbiss in Rathenow im vergangenen Sommer steht im März der Prozess
gegen ihren Ex-Ehemann bevor. Der 51 Jahre alte Angeklagte soll seine
Ex-Frau mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper getötet haben,
wie das Landgericht Potsdam in einem Ausblick auf bevorstehende
Verfahren mitteilte. Das Opfer hatte den Imbiss in Rathenow
betrieben. Der Mann war im Juni in Berlin festgenommen worden. Der
Prozess wegen des Vorwurfs des Totschlags beginnt am 9. März.
Welche Prozesse stehen in diesem Jahr noch an?
Im Mai 2024 hatte die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage gegen fünf
Mitglieder einer Klimaschutzgruppe erhoben wegen des Verdachts der
Bildung einer kriminellen Vereinigung. Damals nannte sich die Gruppe
«Letzte Generation». Derzeit prüft die Staatsschutzkammer des
Landgerichts Potsdam die Eröffnung des Hauptverfahrens, wie das
Gericht mitteilte. Wegen anderer Fälle wie wichtiger Haftsachen habe
die Behörde den Prozess bislang nicht anberaumen können.
Attacke im Museum Barberini und gegen Öl-Anlage
Die Angeklagten sollen mehrere Attacken gegen Anlagen der
Ölraffinerie PCK Schwedt und eine Ölleitung im Nordosten Brandenburgs
und in Mecklenburg-Vorpommern verübt haben. Es geht außerdem um
Aktionen am Hauptstadtflughafen BER und im Museum Barberini in
Potsdam. Seit Dezember 2022 prüfte die Staatsanwaltschaft Neuruppin
den Verdacht, es gab Durchsuchungen in mehreren Bundesländern.
Umstrittener Sterbehilfe-Fall
Zudem soll sich ein wegen Totschlags bereits verurteilter Arzt wegen
eines umstrittenen Sterbehilfe-Falls verantworten. Der 75 Jahre alte
Angeklagte soll einer schwer kranken Frau in einem Hotel in Potsdam
im Jahr 2021 einen Zugang für ein tödlich wirkendes Narkosemittel
gelegt haben, wie das Landgericht in einem Ausblick auf bevorstehende
Verfahren in diesem Jahr mitteilte.
Der Berliner Arzt habe gewusst, dass die 39-Jährige an einer
«neurokognitiven Störung mit wahnhaften Symptomen und einer
erheblichen Störung der Realitätskontrolle» gelitten habe. Sie habe
daher «ihren Willen zum Suizid nicht freiverantwortlich» bilden
können, hieß es. Die Hauptverhandlungs-Termine muss das Gericht noch
festlegen.
Der Arzt war bereits 2024 vom Landgericht Berlin wegen eines
Sterbehilfe-Falls zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt
worden. Der Bundesgerichtshof bestätigte die Entscheidung im Januar
dieses Jahres.
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