Projekt: Digitale Helfer sollen Hausärzte entlasten

Weniger Wartezeit, bessere Erreichbarkeit: Ein neues Projekt setzt
auf digitale Helfer und KI-Technik, um die medizinische Betreuung in
ländlichen Regionen effizienter zu gestalten.

Olpe (dpa/lnw) - Mit Hilfe digitaler und KI-gestützter Technik will
ein Projekt aus dem Sauerland Hausärzte in ländlichen Regionen
entlasten. Ausgestattet mit einem Rucksack voller mobiler Diagnose-
und Messgeräte können sogenannte digitale hausärztliche
Versorgungsassistenten (Dihva) dort, wo Hausärzte fehlen, in mobilen
Außenstellen der Praxis Gesundheitsdaten des Patienten direkt an eine
weiter entfernte Hausarztpraxis übermitteln. Dort stellt dann ein
Arzt anhand übermittelter Bilder oder Laborwerte in einer
Videosprechstunde die Diagnose - oder lädt bei Bedarf zur
Sprechstunde vor Ort ein. 

Die digitalen Assistenzen sollen Arztpraxen nicht ersetzen, aber
sinnvoll entlasten, sagt Barbara Steffens, Leiterin der
NRW-Landesvertretung der Techniker-Krankenkasse, die das Projekt
finanziert und in Olpe Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann
vorstellte. 

Minister: Versorgung muss erreichbar bleiben

Es sei wichtig, innovative Versorgungsmöglichkeiten zu erproben, um
eine flächendeckende medizinische Versorgung auch in ländlichen
Regionen zu sichern, sagte der CDU-Politiker. «Es darf auf gar kein
Fall passieren, dass wir Ecken haben, wo die Leute berechtigt das
Gefühl haben, das Gesundheitssystem ist für mich nicht mehr
erreichbar», so Laumann. Digitale Lösungen könnten da eine gute und
kostensparende Unterstützung bieten, es gelte aber auch,
Hausarztpraxen in Dörfern zu erhalten. 

Die digitalen Helfer können bis zu 50 diagnostische Werte erfassen.
Das verkürze Wartezeiten für Patientinnen und mache die
Versorgungskette effizienter, erklärte Stefan Spieren, Hausarzt und
Mitinitiator des Projektes. 

Vier Monate Ausbildung genügen

Die Assistenten benötigen lediglich eine viermonatige Ausbildung, den
Diagnose-Rucksack und einen geeigneten Standort, um einsatzfähig zu
sein. «Wir setzen bewusst auf einen niedrigschwelligen Zugang», sagte
Alexander Baasner, Mit-Erfinder des Konzepts. KI-gestützte Technik
leite die Dihvas sicher durch ihre Arbeit. Die Verantwortung obliege
weiterhin dem Arzt, betonte er. 

19 Assistenten sind bereits ausgebildet. Neben dem Standort in Olpe
gibt es seit September etwa einen im ostwestfälischen Borchen-Etteln.
Dort hatte eine Hausarztpraxis keinen Nachfolger gefunden. 

Damit möglichst viele Patienten davon profitieren könnten, liefen
bereits Gespräche mit weiteren Krankenkassen, so die Initiatoren. Die
Techniker Krankenkasse will das Projekt auch in anderen Bundesländern
ausrollen.

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