Behindertenbeirat: Telefonische Krankschreibung wichtig
Der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderung warnt: Eine
Abschaffung der Krankschreibung am Telefon könnte Betroffene stark
belasten.
Berlin (dpa/bb) - In der Debatte um die telefonische Krankschreibung
mahnt der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderung,
behinderte und chronisch kranke Beschäftigte im Blick zu behalten.
Für viele Betroffene sie die telefonische Krankschreibung oft die
einzige Möglichkeit, sich schnell und ohne zusätzliche Belastung
arbeitsunfähig zu melden, erklärte der Landesbeirat.
«In der politischen Debatte werden chronisch kranke und behinderte
Menschen schlicht vergessen», beklagte der Vorsitzende Thomas Seerig.
«Wer die telefonische Krankschreibung streicht, verschlechtert den
Alltag von Menschen, die arbeiten wollen, aber nicht immer können.»
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte einen aus seiner Sicht zu
hohen Krankenstand beklagt und die Möglichkeit infrage gestellt, auch
telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung zu bekommen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, die Regelung zu
überprüfen.
«Die telefonische Krankschreibung ist kein Luxus»
Viele behinderte und chronisch kranke Beschäftigte, insbesondere mit
psychischen Erkrankungen, erlebten kurze Krankheitsschübe. Ein
persönlicher Besuch bei einem Arzt sei in solchen Situationen oft
schwer zu bewältigen, betonte der Landesbeirat. Das Gremium berät den
Berliner Senat in Fragen der Behindertenpolitik.
Falle diese Option weg, stehen laut Landesbeirat Betroffene vor der
Wahl, entweder krank zur Arbeit gehen oder sich trotz Angst,
Erschöpfung oder Schmerzen in eine Praxis zu zwingen. Das erhöhe den
Druck auf Menschen, die täglich mit gesundheitlichen Einschränkungen
lebten.
«Die telefonische Krankschreibung ist kein Luxus, sondern eine
kleine, aber wichtige Erleichterung», hieß es in der Mitteilung. Der
Landesbeirat forderte, die Möglichkeit der Krankschreibung per
Telefon beizubehalten.
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