Verband: Telefonische Krankschreibung entlastet Arztpraxen
Menschen mit leichten Erkrankungen haben die Möglichkeit, sich
telefonisch von ihrem Arzt krankschreiben zu lassen, ohne die Praxis
aufzusuchen. Gerade in der Erkältungszeit scheint dies sinnvoll.
Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Hausärzteverband verteidigt die in
die Diskussion geratene telefonische Krankschreibung. «Sie ist aus
Verbandssicht und auch in meinem Erleben eine deutliche Erleichterung
für die Arztpraxen», sagte der Verbandsvorsitzende Ulf Zitterbart der
Deutschen Presse-Agentur. Sie bewähre sich gerade in der jetzigen
Infektzeit. «Da sind Beschäftigte oft nur zwei bis drei Tage krank,
benötigen dafür aber eben eine Krankschreibung für den Arbeitgeber.
»
Für die Praxen lasse sich dies telefonisch einfacher organisieren,
dadurch bleibe ihnen zugleich mehr Zeit für die Versorgung älterer
und chronisch kranker Patienten.
Eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, wie zuletzt von
Wirtschaftskreisen gefordert, würde aus Sicht des Verbandschefs zu
einer noch stärkeren Belastung der ohnehin stark geforderten
Hausarztpraxen führen. Zitterbart ist Hausarzt in Kranichfeld
(Weimarer Land).
Vor allem kleinere Firmen bestehen nach seinen Beobachtungen auf
einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom ersten Krankheitstag an.
Dies hänge auch mit der Arbeitgeberumlage zusammen, über die kleine
Firmen einen Teil der Lohnfortzahlung für erkrankte Beschäftigte von
der Krankenkasse erstattet bekommen. Voraussetzung dafür sei das
Vorliegen eines Krankenscheins. In den ersten sechs Wochen eines
Krankheitsausfalls erhalten sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, erst danach gibt es Krankengeld
von der Krankenkasse.
Warken will Regelung überprüfen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte angekündigt, die
Regelungen zur telefonischen Krankschreibung überprüfen zu wollen, um
Missbrauch auszuschließen. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU) mehrfach den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand in
Deutschland kritisiert und dafür auch zum Teil die Möglichkeit der
telefonischen Krankschreibung verantwortlich gemacht.
Der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) sieht ebenfalls
Überprüfungsbedarf. Zwar gehe der Verband davon aus, «dass die
überwiegende Mehrheit der Beschäftigten den Krankenstand nicht
missbraucht», teilte VWT-Hauptgeschäftsführer Matthias Kreft mit.
«Dennoch ist ein Missbrauchspotenzial nicht zu verschweigen.»
Arzt sieht verändertes Krankheitsbewusstsein
Zitterbart hingegen sieht vor allem ein seit der Corona-Pandemie
verändertes Krankheitsbewusstsein bei Beschäftigten. «Früher sind d
ie
Leute auch mit Symptomen wie Husten und Schnupfen zur Arbeit
gegangen», sagte er. «Heutzutage tun sie das nicht mehr so - auch
wegen der Ansteckungsgefahr.» Die Menschen achteten stärker darauf,
gesund zu bleiben. Das Missbrauchspotenzial bei der telefonischen
Krankschreibung hält der Mediziner für gering, da diese eigentlich
nur für Stammpatienten der Praxis möglich sei. «Und Hausärzte kenne
n
ihre Patienten.» Im Zweifelsfall würden Patienten mit Wunsch nach
telefonischer Krankschreibung zur Abklärung in die Praxis bestellt.
BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.