Grippefälle im Norden - Hausärzte: «Saison in vollem Gange»
Das Risiko, sich aktuell eine Erkältung oder gar eine Grippe
einzufangen, ist durchaus hoch. Im Norden steigen die
Patientenzahlen. Kommen die Praxen damit noch klar?
Hamburg/Kiel/Schwerin (dpa) - Im Norden Deutschlands gibt es wieder
mehr Grippefälle. In Hamburg, Schleswig-Holstein und
Mecklenburg-Vorpommern sind den zuständigen Ämtern mehr
Influenza-Patienten gemeldet worden.
«Influenzaerkrankungen betreffen aktuell alle Altersgruppen und
führen zusammen mit weiteren akuten Atemwegserkrankungen zu einer
moderaten Zahl an Arztbesuchen und Hospitalisierungen», teilte etwa
das Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg mit. Verglichen mit
dem Vorjahreszeitraum gab es seit Beginn der Grippe-Saison im Oktober
in Hamburg schon deutlich mehr Grippe-Meldungen.
Konkret waren es bislang fast 1.700 Meldungen, nach fast 1.100
Meldungen in der Saison 2024/25. Fast ein Drittel der Patientinnen
und Patienten in Hamburg lag mit Grippe im Krankenhaus. Bisher gab es
elf Todesfälle, im Vorjahr war es zum gleichen Zeitpunkt einer
weniger.
Infektstunden der Hausärzte gut besucht
Das hat auch Auswirkungen auf die Hausärzte, wie Jana Husemann, erste
Vorsitzende des Hamburger Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes,
sagte. «Die Grippe-Saison ist in vollem Gange, die
Infektsprechstunden sind stark besucht.» Das sei aber gut zu stemmen
von den Hamburger Hausarztpraxen. Neben den Grippe-Erkrankungen gebe
es derzeit viele Corona-Infektionen und Atemwegserkrankungen mit
Respiratorischen Synzytialviren (RSV). «Die Grippeviren beherrschen
aber momentan das Infektgeschehen.»
Lage in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein steigen die Meldungen rund um das
Influenzavirus ebenfalls an. Der Zeitreihendarstellung des Institutes
für Infektionsmedizin Kiel zufolge haben die Zahlen seit November
leicht zugenommen und steigen nun seit einigen Wochen noch deutlicher
an. Aktuell liegen den Gesundheitsämtern 285 Grippe-Meldungen aus den
vergangenen sieben Tagen vor, das sind 77 mehr als in der ersten
Kalenderwoche. In den vergangenen drei Monaten wurden den Ämtern rund
1.200 Influenzafälle gemeldet.
Lage in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern ist das allgemeine Infektionsgeschehen rund
um die Atemwegserkrankungen wie Grippe, Erkältungen und Corona im
Vergleich zur Vorwoche relativ konstant geblieben, wie das Landesamt
für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock meldet. Gleichzeitig
nehmen innerhalb dieser Erkrankungen die Influenza-Infektionen im
Vergleich zu den Vorwochen deutlich zu.
Von fast 200 von den Ärzten eingeschickten und positiven Proben
enthielten 88 Proben Influenza-Viren. Der Anteil der Grippe-Patienten
lag damit bei gut 21 Prozent. In den letzten Dezember-Wochen lag der
Wert noch bei unter 10 Prozent. Seit Beginn der Grippe-Saison wurden
den Gesundheitsämtern damit 193 Influenza-Erkrankungen gemeldet.
Zum Vergleich: In der Saison 2024/25 wurden im Nordosten 1.541
Grippefälle registriert - sie waren positiv auf Influenza-A oder
-B-Viren getestet worden. Insgesamt waren 9.763 Proben in der Saison
auf verschiedenen Viren getestet worden, die Atemwegserkrankungen
auslösen können. Dazu gehören neben Influenza A und B auch das
Coronavirus Sars-COV-2, Adenoviren, Metapneumoviren und
Parainfluenzaviren.
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