Sonne, Mond und Sterne im Februar 2026 Von Hans-Ulrich Keller, dpa
Venus wechselt die Seite und startet ihre Abendstern-Show, während
Jupiter den Nachthimmel dominiert. Welche Himmelsereignisse im
Februar zu erwarten sind.
Stuttgart (dpa) - Nur selten zeigt sich Merkur, der sonnennächste und
kleinste der acht Planeten. Mitte Februar bietet er die beste
Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres. Vom 14. bis 24. kann man Merkur
am günstigsten in der Abenddämmerung tief am Westhimmel erspähen.
Gegen 18 Uhr macht sich der flinke Planet bei klarem Himmel
bemerkbar. Bereits gegen halb sieben abends verschwindet er in den
horizontnahen Dunstschichten und geht unter.
Merkur ist eine tote Gesteinskugel ohne Atmosphäre. Seine Oberfläche
ist von zahlreichen Einschlagskratern und Ringgebirgen ähnlich dem
Erdmond übersät. Allerdings finden sich auf Merkur keine großen
Lavabecken wie auf unserem Mond. Nur zwei größere Lavaflächen wurden
entdeckt: das Caloris- und das Beethoven-Becken. Merkur dreht sich
sehr langsam um seine eigene Achse. Eine volle Rotation dauert knapp
59 Tage. In Kombination mit dem Merkurjahr ergibt sich eine
Tageslänge von 176 irdischen Tagen. Alle 176 Tage geht für einen
Astronauten auf Merkur die Sonne auf.
Der kleine Planet zeigt auch die größten Temperaturunterschiede. Am
Merkurtag heizt sich das Gestein auf über 430 Grad Celsius auf, in
der 88 Tage langen Merkurnacht sinkt die Temperatur unter minus 180
Grad ab. Merkur besitzt keinen Mond.
Die Venus als rundliches Scheibchen
Lange war Venus Morgenstern und in der Morgendämmerung zu sehen.
Anfang Januar hat der innere Nachbarplanet der Erde die Seiten
gewechselt. Statt westlich befindet sich Venus nun östlich der Sonne
und gewinnt langsam immer größeren Abstand von ihr. Nach der
Monatsmitte taucht sie am Abendhimmel auf und beginnt ihre
Abendsternperiode. Im Fernrohr erscheint sie als winziges, rundliches
Scheibchen. Erst im September wird man Venus als relativ große,
schlanke Sichel im Teleskop erkennen. Sie wird dann auch mit
maximaler Helligkeit strahlen und die Blicke auf sich ziehen.
Zur Monatsmitte zieht sich Venus etwa eine Viertelstunde nach sechs
Uhr abends zurück und wird im Horizontdunst unsichtbar. Ende Februar
geht Venus um 19 Uhr unter. Interessierte Naturfreunde können
registrieren, wann sie Venus erstmals zu Gesicht bekommen. Noch ist
sie nicht besonders auffällig. Aber im Laufe des Frühlings wir sie zu
einem auffällig strahlendem Planeten. Im Oktober wird sie sich vom
Abendhimmel verabschieden und schon im November wieder am
Morgenhimmel auftauchen.
Jupiter als hellster Planet am Nachthimmel
Jupiter beherrscht den Nachthimmel. Nach Untergang der Venus ist er
der hellste Planet. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild der
Zwillinge auf und somit in den höchsten Gefilden des Tierkreises.
Unübersehbar strahlt er hoch am Himmel. Der zunehmende Halbmond
wandert in der Nacht vom 26. auf 27. Februar zwischen Jupiter und dem
hellen Zwillingsstern Pollux. Saturn im Sternbild der Fische zieht
sich vom Abendhimmel zurück und wird Ende des Monats unsichtbar. Mars
kann sich noch nicht aus den Strahlen der Sonne befreien. Der
rötliche Wüstenplanet bleibt unsichtbar.
Bereits am 1. wird um 23.09 Uhr im Sternbild Krebs die
Vollmondposition erreicht. Am 17. Februar tritt um 13.01 Uhr die
Neumondphase ein. Dabei bedeckt der dunkle Neumond die Sonne, es
ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis. Sie ist aber von der
gesamten Nordhalbkugel der Erde aus nicht zu beobachten. Sie ist
lediglich in der Antarktis, im südlichen Eismeer und von der
Südspitze Südamerikas aus beobachtbar. Mit 405.576 Kilometer befindet
sich der Mond am 10. in Erdferne. Am 25. kommt er mit 370.135
Kilometer in Erdnähe.
Der Löwe als Vorbote des Frühlings
Die Wintersternbilder sind gegen zehn Uhr abends schon deutlich nach
Westen gerückt, Orion und Sirius im Großen Hund sind im Südwesten zu
sehen, der Stier mit dem rötlichen Aldebaran steht noch am
Westhimmel. Steil über unseren Köpfen erblickt man die beiden
Sternenketten der Zwillinge. Nordwestlich von ihnen strahlt die
helle, gelbliche Kapella im Fuhrmann. Der Große Wagen schiebt sich im
Nordosten immer höher, während die Kassiopeia, das Himmels-W, im
Nordwesten herabsinkt.
Im Südosten ist der Löwe erschienen. Als Leitsternbild des
Frühlingshimmels kündigt er die kommende Jahreszeit an. Sein hellster
Stern, der bläulich funkelt, wurde von Nikolaus Kopernikus «Regulus»
getauft, was so viel wie «Kleiner König» heißt. Allerdings war
Regulus bereits den alten Babyloniern als Königsstern bekannt. Am 3.
Februar zieht der noch fast volle Mond an Regulus vorbei.
Sagenumwobener Krebs
Zwischen den Zwillingen hoch im Süden und dem Löwen liegt der Krebs.
Da sich keine hellen Sterne im Krebs befinden, fällt er kaum auf. Am
Firmament sieht man dieses Sternbild nur unter sehr guten
Sichtbedingungen, nicht aber durch die lichtverschmutzten
Dunstglocken über unseren Städten und Siedlungen. Dem Namen nach ist
der Krebs aber gut bekannt, da er ein Tierkreissternbild ist, durch
das die Sonne vom 21. Juli bis 11. August hindurch wandert. Durch das
Tierkreiszeichen Krebs zieht die Sonne vom 21. Juni bis 22. Juli. Im
Krebs liegt auch der offene Sternhaufen der Krippe, lateinisch
Praesepe genannt, ein schönes Fernglasobjekt. Seine Sternenpracht
wird aber erst im Teleskop so richtig deutlich.
Der klassischen Sage nach zwickt der Krebs den Helden Herkules in die
große Zehe, während dieser mit der schrecklichen Hydra kämpft.
Daraufhin zerschmettert Herkules seinen Widersacher mit einem
gezielten Tritt. Juno (Hera) versetzt ihn anschließend zur ewigen
Erinnerung unter die Sterne. Denn mit seinem Angriff auf Herkules tut
der Krebs Juno einen Gefallen. Denn sie hat es nie verwinden können,
Herkules unfreiwillig gesäugt zu haben.
Eine andere Sage berichtet: Der Krebs hält eine hübsche Nymphe so
lange mit seinen Scheren fest, bis sie sich der liebestolle Zeus
greifen kann. Der Götterboss revanchiert sich umgehend und macht den
Krebs unsterblich, indem er ihn unter die Sterne versetzt.
Die Tage werden deutlich länger
Die Sonne wandert entlang dem aufsteigenden Teil ihrer Jahresbahn.
Sie nähert sich dem Himmelsäquator, den sie aber erst im März zu
Frühlingsbeginn erreicht. Am 16. wechselt sie mittags aus dem
Sternbild Steinbock in das Sternbild Wassermann. Zwei Tage später
tritt sie am nachmittags in das Tierkreiszeichen Fische. Die
Mittagshöhe der Sonne nimmt um neun Grad zu, die Tageslänge wächst um
eineinhalb Stunden.
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