Immer mehr Kinder wegen psychischer Probleme in Kliniken
Pandemie, Kriege, Zukunftsängste: Kinder und Teenager stehen unter
Druck. Viele müssen wegen psychischer Probleme in Kliniken. Die
Wartezeit ist oft lang.
Berlin (dpa) - Die psychische Gesundheit von Kindern und Teenagern
hat sich deutlich verschlechtert und führt zu mehr längeren
Klinikaufenthalten. Wegen der fünf häufigsten Diagnosen in dem
Bereich mussten vergangenes Jahr 44.381 Minderjährige stationär
behandelt werden. Vier Jahre zuvor lag die Zahl bei nur 34.499. Dies
meldete «Correctiv» unter Berufung auf Daten der
Krankenhausgesellschaft, diese lagen auch der Deutschen
Presse-Agentur vor.
Minderjährige Psychiatrie-Patienten müssen inzwischen vier bis sechs
Monate auf einen Platz warten, wie der Vorstandsvorsitzende Gerald
Gaß «Correctiv» sagte. «Diese lange Wartezeit ist natürlich gerad
e in
der Kinder- und Jugendpsychiatrie hochproblematisch.»
Corona, Klima und Kriege belasten
Erst vor wenigen Wochen hatte der Kinder- und Jugendreport der
Krankenkasse DAK aufgezeigt, dass die Corona-Pandemie, die Klimakrise
sowie Kriege, gesellschaftlicher Druck und Zukunftsängste viele
Kinder und Jugendliche belastet. Vor allem Mädchen seien wegen
psychischer Probleme oft dauerhaft in Behandlung, hieß es.
Ende Oktober hatten die Bundesschülerkonferenz (BSK) und das Institut
der deutschen Wirtschaft (IW) mit Blick auf psychische Probleme bei
Schülerinnen und Schülern vor den langfristigen Folgen gewarnt. «Wir
stecken in einer tiefen Krise. Uns geht's nicht gut und wenn wir da
nicht rauskommen, dann hat das extreme volkswirtschaftliche und
gesellschaftliche Folgen», sagte BSK-Generalsekretär Quentin Gärtner
bei einer Pressekonferenz.
Forderung nach mehr Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen
In einem 10-Punkte-Plan fordert die Schülerkonferenz unter anderem
mehr Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen, eine Förderung von
Medienkompetenz in allen Unterrichtsfächern und die Vermittlung von
Schlüsselkompetenzen wie Selbstregulation und Stressbewältigung.
Im März hatte das Statistische Bundesamt berichtet, dass psychische
Erkrankungen bei Kindern und Teenagern im Jahr 2023 die häufigste
Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen waren. Rund 112.600
der 10- bis 19-Jährigen waren demnach wegen psychischer Erkrankungen
oder Verhaltensstörungen im Krankenhaus.
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