Ministerin: Jeder fünfte HIV-Infizierte weiß nichts davon
Bei der Beratung Betroffener gibt es Lücken, kritisiert
Gesundheitsministerin Drese. Zuständig sind demnach die Kommunen.
Rostock (dpa/mv) - Etwa jeder fünfte der rund 1.000 HIV-Infizierten
in Mecklenburg-Vorpommern weiß laut Gesundheitsministerin Stefanie
Drese (SPD) nichts von der Infektion. Sie berief sich dabei auf eine
Schätzung des Robert Koch-Instituts.
Die Zahl derer, die von ihrer Infektion nicht wüssten, müsse
reduziert werden, forderte die Ministerin. «Sobald die Infektion
bekannt ist, kann eine wirksame Therapie begonnen werden. Die
Personen erkranken dann nicht mehr an Aids und HIV-Neuinfektionen
werden weiter reduziert.»
Probleme beim Rostocker Gesundheitsamt
Allerdings gibt es der Ministerin zufolge in Rostock als der größten
Stadt in MV Lücken bei der Beratung und Testung. So habe es einen
teilweisen Ausfall beim dafür zuständigen Gesundheitsamt der
Hansestadt gegeben. Überdies habe das Landesamt für Gesundheit und
Soziales mit Sitz in Rostock seine Sprechstunde zu HIV und sexuell
übertragbaren Krankheiten Anfang 2026 eingestellt.
Drese zufolge wurden 2024 in Mecklenburg-Vorpommern 60
HIV-Neuinfektionen festgestellt. Fünf Menschen starben demnach an den
Folgen. «Eine HIV-Infektion ist heute gut behandelbar», betonte sie.
«Frühzeitig diagnostiziert und therapiert, ist eine normale
Lebenserwartung möglich.» Wichtig dafür seien vor allem das Wissen um
Risiken sowie niedrigschwellige Testangebote.
Aidshilfe springt ein
Drese hatte diese Woche das Centrum für Sexuelle Gesundheit der
Rostocker Aidshilfe besucht. Das Fachkräfteteam führe Veranstaltungen
der sexuellen Bildung mit Kindern und Jugendlichen durch, begleite
HIV-positive Menschen und biete Beratung sowie HIV-Tests an. Die
Nachfrage habe 2025 stark zugenommen. Drese äußerte vor diesem
Hintergrund die Erwartung, dass das Rostocker Gesundheitsamt
personell wieder so aufgestellt werde, dass die Aufgabe wieder
aufgenommen werden könne.
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