Ministerium verteidigt Corona-Maßnahmen und sieht Schwächen

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zu gesellschaftlichen
Spannungen geführt. Eine Enquete-Kommission soll die damaligen
Maßnahmen kritisch unter die Lupe nehmen.

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Gesundheitsministerium hat die
Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie grundsätzlich
verteidigt. Die präventiven nicht medizinischen Maßnahmen hätten
wesentlich zur Bekämpfung beigetragen, sagte Ulrich Widders,
Referatsleiter des Infektionsschutzes im Gesundheitsministerium, vor
der Enquete-Kommission im Potsdamer Landtag. «Erst durch Kombination
von Maßnahmen konnte das Geschehen in den Griff bekommen werden.»

Widder erkannte aber rückblickend auch Schwächen. Lockdowns seien zu
Beginn einer Pandemie sinnvoll, je länger sie jedoch anhielten, desto
stärker sinke die Akzeptanz in der Bevölkerung, führte er aus. Zudem

seien die zwischenzeitlichen Grenzschließungen «wenig effektiv»
gewesen.

Die Maßnahmen führten außerdem laut Widders zu starken
Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und sorgten zu teils
starken psychischen Belastungen bei den Menschen. Mögliche Folgen
sollten daher bei der Pandemie-Planung künftig stärker mitgedacht
werden. Langfristige negative Auswirkungen bei Kindern und
Jugendlichen seien mittlerweile durch mehrere Studien bestätigt
worden.

Dennoch hätten zentrale Bausteine der Pandemie-Bekämpfung gewirkt.
«Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen» seien ebenso effektive
Maßnahmen gewesen, wie Besuchsverbote bei Pflegebewohnern. Sie
schützten die Zielgruppen, betonte Widders. Auch Schnelltests und
Masken hätten im Sinne der Bekämpfung des Virus gewirkt.

Die Enquete-Kommission des Landtags mit Abgeordneten und Experten
soll herausarbeiten, wie das Brandenburger Gesundheitssystem in einer
Pandemie krisenfester werden kann und Empfehlungen geben, wie
staatliche Eingriffe in Freiheitsrechte so gering wie möglich bleiben
können.

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