Umfrage: Viele Rheinland-Pfälzer von Lärm belästigt
Die Lärmquellen können ganz unterschiedliche sein. Mieterinnen und
Mieter fühlen sich mehrheitlich von anderem Krach gestört als
Eigentümer, auch Unterschiede zwischen Altersgruppen zeigen sich.
Mainz (dpa/lrs) - Ein großer Teil der Menschen in Rheinland-Pfalz
fühlt sich einer Befragung zufolge von Lärm belästigt. Ein weiteres
Ergebnis der Umfrage unter mehr als 2.000 Personen im Land im Auftrag
des Umweltministeriums: Die Lärmquellen können sehr unterschiedlich
sein. Sprechen Menschen im Umkreis von Flughäfen viel von Fluglärm,
ist etwa in Frankenthal oder dem Kreis Cochem-Zell Motorradlärm ein
großes Thema, anderswo spielen Bahn- oder auch landwirtschaftlicher
Lärm eine Rolle, wie das Ministerium mitteilte.
Die Ergebnisse der vom Hagener Zentrum für angewandte Psychologie,
Umwelt- und Sozialforschung (Zeus) durchgeführten Befragung sollen in
einen Lärmatlas für Rheinland-Pfalz einfließen. Der soll Kommunen bei
Maßnahmen zum Lärmschutz unterstützen sowie Bürgerinnen und Bürge
r
informieren. Der Lärmatlas wird also eine Art Gesamtlärm-Analyse für
das Land.
Straßenlärm vor Nachbarschafts- und Fluglärm
Für die Befragung waren per Zufall Meldedaten aus allen 36
Landkreisen und kreisfreien Städten ausgewählt und im vergangenen Mai
rund 10.000 Personen angeschrieben worden, eine Teilnahme war online
oder in Papierform möglich. Am Ende kamen laut Ministerium 2.155
Antworten zusammen, mit Angaben zur empfundenen Lärmbelästigung, zu
Schlafstörungen, Wohnsituation und Alter.
75 Prozent der Befragten gaben an, sich von Lärm belästigt zu fühlen,
16 Prozent sehen sich hoch belästigt. 65 Prozent nannten Straßenlärm,
54 Prozent Nachbarschaftslärm und 44 Prozent Fluglärm. Beim
Straßenverkehr nannten 65 Prozent Autos und 64 Prozent Motorräder als
Lärmquelle.
Im in der Nähe des Frankfurter Flughafens gelegenen Mainz wurde
Fluglärm von 71 Prozent der Befragten genannt, im Kreis Mainz-Bingen
von 69 Prozent. Ein Thema ist Fluglärm auch im Umfeld von
Luftwaffenstützpunkten. Von Befragten aus Kaiserslautern, das in der
Nähe der US-Airbase Ramstein liegt, nannten 39 Prozent Fluglärm.
Jüngere eher in ihrem Schlaf beeinträchtigt
16 Prozent aller Befragten nannten Bahnlärm, elf Prozent fühlen sich
demnach von Luftwärmepumpen gestört, acht Prozent von
Windkraftanlagen. Rheinland-Pfälzer nannten häufiger Lärm aus der
Landwirtschaft als im bundesweiten Durchschnitt und weniger
Industrielärm - wenig verwunderlich in dem ländlich geprägten
Bundesland.
Und wie gut schlafen die Befragten? 45 Prozent fühlen sich in ihrem
Schlaf gestört, sieben Prozent sprachen von einer hohen
Beeinträchtigung des Schlafes wegen Lärms. Genannt werden vor allem
Straßen- (42 Prozent), Nachbarschafts- (41 Prozent) sowie Fluglärm
(26 Prozent).
Tendenziell fühlten sich den Angaben zufolge jüngere Menschen etwas
mehr von Lärm in ihrem Schlaf beeinträchtigt als Ältere über 75
Jahre. Mieterinnen und Mieter nennen häufiger Straßen- und Bahnlärm
als Belästigung, bei Besitzern von Wohneigentum ist es eher der
Fluglärm.
Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) sagte: «Klimaschutz ist
Lärmschutz.» Mehr ÖPNV und mehr Elektro-Antriebe statt Verbrenner
reduzierten die Lärmbelästigung und sorgten gleichzeitig für weniger
Kohlendioxid.
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