Krankenkasse: Mehr Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Die Gesellschaft wird älter, mehr Menschen bekommen die Diagnose
Demenz. Das wirkt sich einem Bericht nach auch auf Krankenhäuser aus.

München (dpa/lby) - Mit der wachsenden Zahl an Menschen mit Demenz in
Bayern nimmt auch die Zahl derjenigen Demenzpatienten zu, die in
einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Das geht aus dem
Barmer-Krankenhausreport hervor. Die Kasse rechnet zwischen 2023 und
2040 mit einem Anstieg von 161.700 auf 176.500 Fälle.

Aktuell leben dem Bericht nach im Freistaat rund 255.300 Menschen mit
der Diagnose Demenz, 2040 sollen es 335.300 Menschen sein.

Besonders häufig würden demenzerkrankte Patientinnen und Patienten
wegen Herzinsuffizienz, Oberschenkelhalsbruch oder Dehydration
stationär behandelt. Schon heute seien in Bayern mehr als sieben
Prozent aller Patientinnen und Patienten im Krankenhaus von Demenz
betroffen, heißt es.

Klinikaufenthalt belastend für Demenzkranke

«Für Betroffene ist ein Klinikaufenthalt besonders belastend, nicht
nur wegen des ungewohnten Umfeldes, sondern auch wegen des ständigen
Wechsels der pflegerischen und ärztlichen Versorgung», sagt
Barmer-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer. Ziel müsse sein,
Krankenhausaufenthalte von Menschen mit Demenz zu vermeiden - etwa
durch Sturzprävention, Mobilitätsförderung und der Anpassung des
häuslichen Umfeldes.

Wie aus dem Krankenhausreport hervorgeht, sind im Jahr 2023 in 53
Prozent der Fälle Demenzpatienten als Notfall, zum Beispiel wegen
eines Sturzes, im Krankenhaus aufgenommen worden. Unter allen
Krankenhauspatienten ab 65 Jahren sei der Notfallanteil mit 36
Prozent deutlich darunter gelegen.

Auch für das Klinikpersonal sei Demenz bei Patienten mit
Herausforderungen verbunden. Zum Beispiel könne das Erkennen eines
Delirs, also eines Zustandes starker Verwirrtheit, bei
Demenzpatienten schwierig sein. Ein Delir werde unter Umständen für
eine normale Verhaltensauffälligkeit bei Demenz gehalten, sei aber
eine eigenständige, potenziell lebensgefährliche Komplikation. 

Kindshofer fordert «demenzsensible Krankenhausstrukturen, die sowohl
baulich, organisatorisch als auch multiprofessionell den
Besonderheiten des Krankheitsbildes entsprechen». Grundlegend dafür
wäre eine bundesweit gültige Definition darüber, wie diese Strukturen

aussehen sollten.

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