Mehr Ärzte, weniger Zahnarztpraxen und Apotheken

Die Patienten merken es: Die Zahnarztpraxis schließt, der Hausarzt
geht in den Ruhestand. Und die angestammte Apotheke ist auch nicht
mehr da. So sehen die aktuellen Zahlen aus.

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Ärztinnen und
Ärzte im vergangenen Jahr weiter gestiegen - trotzdem gibt es einen
Mangel an Medizinern. Zum Jahreswechsel lag die Gesamtzahl der
berufstätigen Ärzte bei 10.332 und damit um 228 über dem Wert von
Ende 2024, teilte die Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit. 

Während die Zahl der Mediziner in Krankenhäusern und Medizinischen
Versorgungszentren stieg, sank die der Ärzte in eigener Niederlassung
binnen eines Jahres um 30 auf 2.309. Gleichzeitig arbeiten immer mehr
Ärzte in Teilzeit: Ende 2025 waren es fast 1.950 und damit etwa 75
mehr als noch Ende 2024. Der Trend hin zu einer besseren
Work-Life-Balance setze sich fort, sagte Ärztepräsident Uwe Ebmeyer. 


Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Jörg Böhme, sagte:
«Wir brauchen mehr Ärzte in Sachsen-Anhalt.» Die Zahl der Hausärzte

liege bei 1.516 und sei damit leicht gestiegen. Aber es handele sich
um Personen, nicht um volle Stellen. Der Aufwuchs spiegele sich nicht
in der Versorgung wider. 60 Stunden in der Woche arbeiten, das
wollten inzwischen die wenigsten.

Unterversorgte Bereiche sind laut der KV Salzwedel und Sangerhausen,
drohende Unterversorgung mit Blick auf Hausärzte ist festgestellt für
viele weitere Bereiche von Osterburg über Wittenberg und Jessen,
Staßfurt, Bernburg und Köthen bis nach Sangerhausen und Naumburg.
Alles in allem sind den Angaben zufolge 172 Hausarztstellen
besetzbar. 

In immer mehr Zahnarztpraxen geht für immer das Licht aus

Immer mehr Sachsen-Anhalter verlieren auch ihre angestammte
Zahnarztpraxis. Zusammen 80 dieser Praxen standen laut der
Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) zur Abgabe. Und nur für 30
Prozent fand sich eine Nachfolge. So sei in mehr als 50 Praxen das
Licht ausgegangen. Einmal geschlossen, öffneten sie nicht wieder,
sagte der KZV-Vorstandsvorsitzende Jochen Schmidt. In den letzten
fünf Jahren seien dem Land über 250 Praxen verloren gegangen. Der
Trend halte an.

Und auch die Zahl der Apotheken in Sachsen-Anhalt sinkt. Binnen zwölf
Monaten ging sie von 556 auf 539 zurück - ein Minus von 17. Das sei
der größte Rückgang bislang, sagte der Präsident der Apothekerkamme
r
Sachsen-Anhalt, Jens-Andreas Münch. Weniger Apotheken insgesamt waren
es zuletzt Mitte der 1990er Jahre. Sachsen-Anhalt folgt damit einem
bundesweiten Trend. Die Zahl der Apotheken in Deutschland war zuletzt
auf einen Tiefstand seit fast 50 Jahren gesunken. Zum Jahresende 2025
gab es bundesweit 16.601 Apotheken, 440 oder 2,6 Prozent weniger als
Endes des Vorjahres, wie die Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände (ABDA) in Berlin mitteilte.

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