Zahl der Apotheken im Südwesten weiter gesunken
Eine Apotheke in der Nähe ist vielen Menschen wichtig. Doch das Netz
der Standorte wird dünner: Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren -
auch im Südwesten. Woran liegt das?
Stuttgart (dpa/lsw) - Das Apothekensterben in Baden-Württemberg setzt
sich fort. Im Jahr 2025 haben landesweit 66 Apotheken dauerhaft
geschlossen, während nur neun neue eröffnet wurden, wie die
Landesapothekerkammer mitteilte. Zum Jahresende gab es damit noch
2.087 Apotheken.
In den vergangenen 15 Jahren ist die Apothekenzahl im Land demnach um
fast ein Viertel gesunken. Die Gründe für die Schließungen seien
vielfältig, doch insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen
würden es vielen Inhabern erschweren, wirtschaftlich zu arbeiten. Das
sogenannte Packungshonorar für rezeptpflichtige Medikamente sei seit
2013 nicht angepasst worden. Zugleich seien aber Personal- und
Betriebskosten deutlich gestiegen.
Kammerpräsident Martin Braun warnte vor den Folgen für die
Versorgung: «In Zeiten einer alternden Gesellschaft ist die
flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln (...)
vor Ort essenziell für eine sichere Gesundheitsversorgung». Aktuell
sei die Versorgung zwar noch gesichert. Bei weiter sinkender
Apothekenzahl könne der Versorgungsaufwand ab einem gewissen Punkt
aber nicht mehr bewältigt werden.
Ein Trend, der das ganze Land betrifft
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in ganz Deutschland. Bundesweit
gab es zum Jahresende 16.601 Apotheken - 440 oder 2,6 Prozent weniger
als Ende 2024. «Mittlerweile ist der niedrigste Stand an Apotheken
seit fast 50 Jahren erreicht - im Jahr 1977 gab es in Ost- und
Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken», wie die Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände mitteilte. Die Zahlen basieren auf
Meldungen der Landesapothekerkammern.
Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt seit Jahren. Zu den
Gründen zählen Kostendruck und Probleme bei der Nachfolgesuche, wenn
Inhaber in Ruhestand gehen. Mangels Verdienstmöglichkeiten zieht es
Menschen zudem in die Industrie oder Krankenhausapotheken.
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