Sachsen sieht sich zunehmend mit Tierseuchen konfrontiert

Sachsen kämpft mit Tierseuchen wie Geflügelpest und Afrikanischer
Schweinepest. Die zuständige Ministerin Köpping hält Prävention und

Kooperation für den Schlüssel zur Eindämmung.

Dresden (dpa/sn) - Sachsen sieht sich durch Tierseuchen vor immer
größere Herausforderungen gestellt. Die Bekämpfung von Vogelgrippe,
Afrikanischer Schweinepest (ASP) und andere Seuchen forderten die
Veterinärbehörden dauerhaft, sagte Sozialministerin Petra Köpping
(SPD) nach der Kabinettsitzung in Dresden. «Globalisierung,
Klimawandel und veränderte Rahmenbedingungen erhöhen das Risiko ihrer
Ausbreitung.» Zuvor hatte sie die Regierung in puncto Tierseuchen auf
den aktuellen Stand gebracht.

Köpping pocht auf mehr Prävention und engere Kooperation 

Der Schutz der Tiergesundheit sei von zentraler Bedeutung für die
Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesellschaft. «Um
diesen Risiken wirksam zu begegnen, müssen wir neue Wege in der
Tierseuchenbekämpfung gehen», sagte Kipping. Dazu gehörten stärkere

Prävention und eine enge Zusammenarbeit von Behörden, Wissenschaft
und Tierhaltern. Nur so könne man Tierseuchen frühzeitig erkennen,
effektiv bekämpfen, Tierleid verhindern und die Zukunft der
Tierhaltung sichern. 

Afrikanische Schweinepest so gut wie ausgemerzt

Ein positives Fazit zog Köpping zur ASP. Diese sei in Sachsen so gut
wie getilgt. Allerdings könne man die Aussage nur mit Vorsicht
treffen, denn schon morgen könnte ein neuer Fall auftreten. Aktuell
gebe es bei ASP noch Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen,
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Dort seien zurzeit
mehr als 2.600 Fälle aktiv. In Sachsen habe man derzeit nur noch
einen aktiven Fall, dessen Feststellung am 5. Februar auslaufe: «Dann
wird Sachsen nach fünfeinhalb Jahren ASP-frei sein.»

Keine Hausschweine in Sachsen von ASP betroffen

Köpping erinnerte daran, dass noch vor drei Jahren ein Drittel der
Fläche Sachsens ASP-Sperrzone war. Heute seien nur noch Teile der
Landkreise Bautzen und Görlitz betroffen. Dass nur Wildschweine und
keine Hausschweine betroffen waren, sei eine Erfolgsmeldung. Sachsen
habe seit 2020 rund 60 Millionen Euro für die ASP-Bekämpfung
aufbringen müssen. Die Unterstützung der EU über den Bund sei mit
weniger als einer Million Euro gering ausgefallen. 

Auswirkungen der Vogelgrippe verheerend

Die Auswirkungen der Vogelgrippe nannte Köpping verheerend. Es sei
die schwerste Geflügelpest seit Beginn der Aufzeichnung. Mehr als 2,6
Millionen Tieren seien bisher in Deutschland verendet oder hätten bei
der Seuchenbekämpfung getötet werden müssen. In Sachsen gebe es bis
dato 39 Nachweise bei Wildvögeln - überwiegend bei Gänsen, Kranichen

und Schwänen. Insgesamt habe man in Sachsen bisher über eine halbe
Million Nutztiere töten müssen - Puten, Gänse und Hühner. 

Verluste für Tierhalter oft existenzbedrohend

«Die Verluste für die Tierhalter sind oft existenzbedrohend», sagte
die Ministerin. Bei ihren Gesprächen mit Tierhaltern habe sie deren
Betroffenheit spüren können. «Es ist ja nicht nur, dass man einfach
sagt: 'Jetzt keulen wir.' Sondern das sind Tiere.» Tierhalter seien
natürlich um das Tierwohl bemüht und müssten dann solche Maßnahmen

ergreifen. «Das ist für die Tierhalter sehr einschneidend.» Die
Tierseuchenkasse entschädige zwar, das gleiche allerdings nie die
Verluste aus. 

Diskussion um Vogelgrippe-Impfung für Geflügel

Laut Köpping teilen sich Sachsen und die Tierseuchenkasse je zur
Hälfte in die Entschädigung. Für 2026 seien vom Land dafür 500.000

Euro eingestellt, das Geld werde aber vermutlich nicht reichen. Sie
unterstütze Forderungen, die maximale Summe pro Tier von 50 auf 110
Euro anzuheben. Es sei verständlich, dass Tierhalter eine Impfung des
Geflügels fordern. Eine Impfung gegen die Vogelgrippe sei nach
europäischem Tierseuchenrecht aber nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die
Diskussion darüber gehe weiter.

Nur ein Fall von Blauzungenerkrankung bei Rindern in Sachsen

Bei der Blauzungenerkrankung von Rindern hat Sachsen bisher mit einem
Fall zu tun. Am 1. Dezember 2025 wurde bei einem Rind im Landkreis
Meißen eine Infektion mit diesem Virus festgestellt. Große Angst
unter den Tierhalten herrsche weiterhin beim Thema Maul- und
Klauenseuche, auch wenn diese hochinfektiöse Erkrankung in Sachsen im
Grunde getilgt sei, so Köpping. Glücklicherweise habe es nach dem
Ausbruch der Seuche bei Wasserbüffeln in Brandenburg keine weitere
Ausbreitung gegeben.

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