DRK warnt vor Blut-Engpass im Norden - Vorräte fast leer
Weniger Spender, leere Lager: Das DRK warnt vor Engpässen bei
Blutpräparaten. Die Versorgungssicherheit sinkt auf unter einen Tag.
Besonders betroffen sind bestimmte Blutgruppen.
Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Zum Jahresbeginn haben weniger Menschen in
Hamburg und Schleswig-Holstein beim DRK Blut gespendet.
«Winterwetter, Infektionswelle und ein feiertagsbedingter schwacher
Jahresstart beim Spendenaufkommen treffen gleichzeitig auf einen
unverändert hohen Bedarf in den Krankenhäusern», berichtete der
Blutspendedienst Nord-Ost. Die aktuelle Versorgungslage mit
Blutpräparaten sei angespannt und drohe sich weiter zu verschärfen.
Nach Angaben des DRK mussten in den vergangenen Wochen einige
Blutspendetermine aufgrund von Schnee und Eis kurzfristig abgesagt
werden. Fanden sie statt, seien viele Termine witterungsbedingt
deutlich schlechter besucht gewesen als üblich.
«Bei uns sind aktuell die Bestände mit Blutpräparaten der Blutgruppen
Null Rhesus positiv und negativ, sowie A Rhesus negativ besonders
niedrig», sagte eine Sprecherin. «Hier beträgt die
Versorgungssicherheit nur unter einem Tag, was viel zu niedrig ist.
Wir brauchen rund 3 bis 5 Tage Versorgungssicherheit.»
Spenden ab 18
Aufgrund der kurzen Haltbarkeit von Blutkonserven werden regelmäßig
Freiwillige benötigt, um die Blutversorgung aufrechtzuerhalten. Sie
beträgt nach DRK-Angaben maximal 42 Tage, bei Präparaten aus
Blutplättchen sogar lediglich 4 Tage.
«Deshalb merken wir auch sofort, wenn nur wenige Tage zu wenig
gespendet wird», sagte die Sprecherin. In Schleswig-Holstein und
Hamburg würden täglich rund 500 Blutspenden benötigt, um den Bedarf
der KIiniken und Arztpraxen zu decken.
Gesunde Menschen ab 18 Jahren können Blut spenden. Nach DRK-Angaben
wird bei einer ärztlichen Voruntersuchung die Eignung zur Blutspende
jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Frauen dürfen bis zu
viermal, Männer bis zu sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden.
Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen vergehen.
Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost sichert nach eigenen Angaben drei
Viertel des Bedarfs in Berlin, Brandenburg, Hamburg,
Schleswig-Holstein und Sachsen ab. Die übrigen 25 Prozent werden
demnach von privaten oder staatlich-kommunalen Blutspendediensten wie
Universitätskliniken übernommen.
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