Verdi ruft DRK-Personal zum Streik auf - Klinik wehrt sich
Seit vergangenem Jahr laufen die Tarifverhandlungen zwischen der
Gewerkschaft und den DRK-Kliniken. Jetzt soll gestreikt werden. Doch
es gibt einen Streit über die Notdienstvereinbarung.
Berlin (dpa/bb) - Die Gewerkschaft Verdi ruft rund 2.500 Beschäftige
der Berliner DRK-Kliniken am Dienstag und Mittwoch zum Streik auf.
Die DRK Kliniken haben dagegen jedoch eine einstweilige Verfügung
beim Arbeitsgericht eingereicht. Der Streikaufruf richtet sich an
alle nicht ärztlichen Beschäftigten. Das sind vor allem
Pflegefachkräfte, aber zum Beispiel auch Therapeutinnen oder
Handwerker.
Aus Sicht des Unternehmens gefährdet die von Verdi vorgeschlagene
Notdienstvereinbarung die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Sie beschränke sich im Wesentlichen auf die Behandlung von
lebensbedrohlichen Notfällen, so die Kritik. «Die DRK Kliniken Berlin
respektieren das Streikrecht der Beschäftigten ausdrücklich.
Gleichzeitig tragen sie eine besondere Verantwortung für die ihr
anvertrauten Patientinnen und Patienten», heißt es in einer
Mitteilung.
Kritik: «Utopische Personalbesetzung»
Die Gewerkschaft hingegen wirft der Geschäftsführung vor, eine
utopische Personalbesetzung während des Streiks einzufordern, die
teilweise über der Regelbesetzung liege. «Das ist nicht angemessen.
Das nimmt den Leuten ihr Streikrecht und verweigert ihnen, eine
Auseinandersetzung auf Augenhöhe», sagt Verdi-Verhandlungsführerin
Gisela Neunhöffer der Deutschen Presse-Agentur.
Man werde sich auf jeden Fall an die vorgeschlagenen Notdienste
halten und dafür sorgen, dass dringende Notfälle versorgt würden, das
gelte natürlich auch für mögliche Notfälle aufgrund von Glatteis.
Während eines Streiks könnten Patienten auch an andere Krankenhäuser
verwiesen werden, und nicht dringende Operationen verschoben werden
Kann der Streik stattfinden?
Neunhöffer rechnet im Laufe des Montags mit einer Entscheidung des
Arbeitsgerichts. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Streik
stattfindet.» Laut Plan soll der Streik am Dienstag gegen 5.30 Uhr
beginnen.
Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den DRK-Kliniken laufen
seit Juli 2025, Ende Dezember 2025 endete die Friedenspflicht. Das
aktuelle Angebot sieht Vergütungssteigerungen in Höhe von 6 Prozent
innerhalb von 3 Jahren, eine Einmalzahlung von 250 Euro sowie eine
Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Stunden pro Woche ohne Gehaltseinbußen
vor. Verdi fordert eine Erhöhung von 5 Prozent im Jahr 2026 und eine
weitere Erhöhung um 5 Prozent im Jahr 2027.
Die DRK Kliniken Berlin betreiben vier Krankenhäuser, ein Hospiz und
eine stationäre Pflegeeinrichtung.
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