Ministerium rät zu Impfungen gegen Blauzungenkrankheit

Von der Virus-Erkrankung waren auch 2025 noch einige Betriebe mit
Rinder- und Schafhaltungen betroffen. Die Zahlen sind aber deutlich
gesunken. Hat sich das Thema für 2026 erledigt?

Dortmund (dpa/lnw) - Die Gefahr einer Blauzungenkrankheit für Rinder,
Schafe oder Ziegen ist nach Einschätzung des
NRW-Landwirtschaftsministeriums nach wie vor nicht gebannt. «Von
einer weiteren Ausbreitung nach Nordrhein-Westfalen mit dem
BTV-Serotypen 3 und 8 muss ausgegangen werden», teilte das
Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Nur eine
Impfung könne die Tiere schützen.

Betriebe sollten Tiere gegen die neuere Virusvariante BTV-8 impfen
lassen, ebenso auch weiterhin gegen den Serotyp 3 des Virus.
«Angeraten ist, sowohl eine Grundimmunisierung als auch
Wiederholungsimpfungen durchzuführen.»

Krankheitszahlen sanken 2025 dank Impfungen

In rund 110 Betrieben in NRW war die Blauzungenkrankheit 2025 - zum
Stand Mitte Dezember - ausgebrochen, schilderte ein
Ministeriumssprecher. Alle Fälle seien durch das Virus vom Serotyp 3
bedingt gewesen. Der letzte Fall 2015 sei im Kreis Düren Ende
November registriert worden. In einigen anderen Bundesländern trat
hingegen verstärkt die neuere Variante BTV-8 auf.

Die anzeigepflichtige Tierseuche, die für den Menschen ungefährlich
ist, war im vergangenen Jahr laut Ministerium in NRW deutlich
rückläufig. 2024 waren nach einem explosionsartigen Anstieg noch
Ausbrüche in 3.414 Betrieben gemeldet worden. Besonders im Sommer
2024 war die Lage ernst gewesen. In der Regel sind Rinder- und
Schafbestände betroffen, seltener Ziegenhaltungen.

Erkrankte Tiere - vor allem Schafe - können Symptome wie Lahmheit,
Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden mit verminderter Futter- und
Wasseraufnahme, Ödem- und Krustenbildung besonders im Kopfbereich
aufweisen. Schlimmstenfalls geht es tödlich für die Wiederkäuer aus.

Die Zungen erkrankter Tiere färben sich manchmal blau. Die Seuche
wird durch blutsaugende Gnitzen-Mücken weitergegeben.

Ministerium rät Betrieben weiterhin zu Impfungen

Zwar ist in NRW bisher noch keine BTV-8-Variante nachgewiesen worden.
Aber Ende November 2025 war bei einer Kuh im rheinland-pfälzischen
Landkreis Bitburg-Prüm BTV-8 festgestellt worden, hieß es in
Düsseldorf. Von einem 150 Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb
herum seien seitdem auch Gebiete in NRW betroffen - nämlich fast der
gesamte Regierungsbezirk Köln und südliche Teile des
Regierungsbezirkes Düsseldorf. Dort seien einige zusätzliche
Bedingungen «im Hinblick auf BTV-8 zu erfüllen.»

In NRW waren 2025 bis Anfang November mehr als eine Million Impfungen
gegen BTV-3 durchgeführt worden - in über 8.000 Betrieben mit
Rindern, Schafen und Ziegen, berichtete das Ministerium. Es handelte
sich um Erstimpfungen wie auch Wiederholungsimpfungen.

«Aufgrund der positiven Entwicklung der Ausbruchszahlen in 2025 in
NRW ist davon auszugehen, dass ein entscheidender Anteil der Rinder
und Schafe in 2025 geschützt war beziehungsweise geschützt ist.»
BTV-3 zirkuliere aber nach wie vor, die Impfungen sollten fortgeführt
werden. Zusätzlich erläuterte das Ministerium: «Da bei empfängliche
n
Tieren grundsätzlich ein Risiko mit der Ansteckung von BTV-8 zu
rechnen ist, wird in NRW auch aus Tierschutzgründen die Impfung gegen
BTV-8 empfohlen.»

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