Gesundheitsminister gegen extra Gebühr für Praxisbesuche

Wie sind die steigenden Milliardenkosten für die medizinische
Versorgung zu begrenzen? Ein Vorschlag des Chefs der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung stößt auf Widerspruch.

Mainz (dpa/lrs) - Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister
Clemens Hoch ist gegen eine extra Gebühr für Arztbesuche. Eine
«Kontaktgebühr» von drei oder vier Euro für Praxisbesuche würde
ausschließlich zu Belastungen der Patientinnen und Patienten führen
und damit dem Grundprinzip der solidarischen Krankenversicherung
widersprechen, erklärte der SPD-Politiker in Mainz. Der Chef der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte diese
Forderung erhoben.

«Eine solche Forderung lehne ich ab», sagte der Gesundheitsminister.
«Zum einen erzielte bereits die Praxisgebühr in der Vergangenheit
keinerlei Steuerungswirkung, verursachte aber insbesondere bei der
Ärzteschaft einen erheblichen Verwaltungsaufwand.»

Reform der gesetzlichen Krankenversicherung geplant

Außerdem wäre der Personenkreis, der die ärztliche Versorgung am
häufigsten in Anspruch nimmt, zum großen Teil aus sozialen Gründen
oder aufgrund der Chroniker-Regelung bereits von Zuzahlungen zu
befreien, so dass sich damit keine Steuerungswirkung erzielen lasse,
erklärte Hoch.

Die Bundesregierung will im neuen Jahr eine große Reform der
gesetzlichen Krankenversicherung angehen. Sie soll den starken
Ausgabenanstieg für die Versorgung begrenzen und weitere
Beitragsanhebungen vermeiden. Die Expertenkommission soll bis März
Vorschläge zur Stabilisierung ab dem Jahr 2027 vorlegen. Bis Ende
2026 sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.

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